Ich habe nichts gegen … , aber …

Ich habe nichts gegen … , aber …

Erst heute wieder im Radio bei einer Umfrage zum Thema Flüchtlingen (auch wenn es viele andere Beispiele gibt) zu hören.

Da sprach eine offenbar schon ältere Dame folgenden Satz aus: „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber die kriminellen müssen raus und die Grenzen besser bewacht werden.„. Im Grunde aber wollte sie wohl eher damit ausdrücken und so interpretiere ich ihre Aussage, dass sie mit der derzeitigen Situation einfach nicht zufrieden ist oder sich einfach nur „nicht mehr sicher“ fühlt. Ich glaube daher nicht, dass es bei ihr jetzt nur pauschal um die Flüchtlinge als solche ging.

Ein Satz mit „nichts gegen … , aber …“ beinhaltet für die aktuelle Gesellschaft und derzeitige Sprachkultur bis zu zwei Tatsachen. Erstens, dass man Angst vor Repressalien hat, wenn man seine Meinung offen ausspricht und/oder zweitens, dass man versucht, seine Meinung möglichst harmlos auszudrücken oder aussehen zu lassen. Sich nicht gleich angreifbar zu machen, wenn man eine bestimmte (meistens gesellschaftlich gesehene negative) Ansicht vertritt.

Ist der Satz mit dem „… ,aber …“ aber wirklich denn so schlimm oder ist es nicht eher so, dass die allgemeine Gesellschaft das einfach nur generell in die „schlimme Ecke“ gerückt haben wollen? Nur um damit ausdrücken zu wollen: „Jemand, der so antwortet, meint es in Wirklichkeit nicht so“.

Und was ist gegen eine gesunde Kritik einzuwenden, wenn jemand mit „aber“-Satz antwortet? Es soll ja nicht heißen, dass man grundsätzlich dagegen wäre oder Angst hätte, sondern eher, dass man sich (verständlicherweise) Gedanken um die Sache macht. Gerade in Zeiten der Zensur und Einschränkungen bei der Meinungsfreiheit ist es für mich verständlich, dass Menschen diesen „aber“-Satz so verwenden.

Dass man sich neutrale und wichtige Gedanken macht, sieht man auch am folgenden Beispiel beim Händler für Gebrauchtautos. „Ich möchte mir jetzt dieses Auto kaufen und bar bezahlen, aber habe ich überhaupt genügend Geld dafür dabei?“

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen ehrlich hinter ihrer Aussage stehen können und auch dürfen. Dass was sie meinen, auch wirklich offen so sagen dürfen, wie sie möchten. Dass keine staatliche Behörde oder andere obskure Organisationen den Fackellauf gegen diese Menschen danach organisieren. Auch nicht, dass irgendwelche gefrusteten, gegenderte Sprach-Verhunzungsfetischisten Sätze danach auseinanderfetzen und meinen, dass alles irgendwie noch anders (negativ) interpretieren zu müssen.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article147051723/Ich-habe-nichts-gegen-Aber-aber.html

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