Radfahrer dürfen in Varel auf die Straße

Die Nordwest-Zeitung vom 23.08.2017 meldete heute, dass das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg bestätigt hat. Konkret geht es darum, dass die Radwegbenutzungspflicht entlang der Oldenburger Straße in Varel aufgehoben werden muss.

Michael Heydenbluth aus Jever hatte gegen die Radwegbenutzungspflicht gegen die Stadt Varel geklagt. Begründet wurde es von ihm, weil auf der Straße keine besondere Gefahrenlage bestehe.  Zeitnah soll daher nun die Benutzungspflicht aufgehoben werden.

https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/varel-radfahrer_a_32,0,2676236145.html

 

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Wer schon einmal die Oldenburger Straße befahren hat, wird die besondere Gefahrenlage durch das hohe Verkehrsaufkommen, sei es durch parkende Autos, den Schwerlastverkehr, erkannt haben. Zum Feierabendverkehr könnte man auch fast alkoholisiert fahren, da die „Stop and Go“-Fahrweise fast Schlangenlinien ähnelt (gerade im Bereich des Friedhofs, wo sich viele parkende Autos am Rand aufhalten).

Es mag zwar richtig sein, dass der Radweg ein wenig zu schmal ist, aber viele jahrzehntelang war das selbst für mich und solange natürlich auch keine „Radrennfahrer“ dort mit entsprechender geisteskranker Geschwindigkeit unterwegs waren, kein Problem.

Es ist daher schon bemerkenswert, dass ein Mann aus Jever sich derart solche Gedanken um die Radwegbenutzungspflicht in Varel macht und entsprechende Zeit für diese  Prozesse investiert.

Wer aber scheinbar mit dem Rad öfter aus Jever über die Autobahn A29 nach Varel kommt, sollte auch danach noch auf der Bundesstraße und der Oldenburger Straße weiter auf der Straße fahren dürfen, um schnell die Anschlussstelle Varel/Obenstrohe (in Richtung Jever/Wilhelmshaven oder Oldenburg) wieder erreichen zu können.

Gönnen wir es daher ihm und  anderen Fahrradfahrern ruhig, auch mit Tempo 55 nun endlich auf der Straße fahren zu können, um sich nicht mehr mit Gewalt an Kinderwagen und alten, wackeligen Damen auf E-Fahrrädern vorbeischlängeln zu müssen.

Die Verhältnisse stimmen hier schon lange nicht mehr. Das Gefahrenpotenzial auf der Straße (mit ca. 10.000 Autos täglich) ist erheblich größer und so einen entscheidenden Richter hätte man in seiner Robe einmal mit seinem eigenen Klapprad über die Oldenburger Straße (zur Hauptverkehrszeit) zur persönlichen Begutachtung schicken sollen; denn nur der persönliche Eindruck lässt die eigene Entscheidung anschließend besser begründen.

Seien wir also mal gespannt, wie lange es dauern wird, bis die ersten Unfallopfer aufgrund solcher Entscheidungen auf den Straßen in Varel beklagt und weitere Diskussionen darüber losgetreten werden. Ich für meinen Teil werde auch weiterhin auf den Radwegen, mit Rücksicht auf andere Teilnehmer, fahren.

Bevor ich es vergesse. Es ist natürlich auch kein Wunder, wenn aufgrund solcher Entscheidungen Radwege nicht weiter ausgebaut werden müssen bzw. kein Geld mehr dafür vorhanden ist.

2 Antworten auf „Radfahrer dürfen in Varel auf die Straße“

  1. Ich versteh auch nicht, warum hier die Pflicht den Radweg zu benutzen von jemandem verteidigt wird, der für sich das Recht in Anspruch nimmt, weiter auf ihm zu fahren. Vielleicht möchte auch der Richter nicht auf der Fahrbahn fahren. Aber warum soll er urteilen, dass der Kläger es muss, wenn doch die laut Gesetz notwendigen Voraussetzungen nicht gegeben sind? Warum schimpfen sie über den Klägern und den Richter, nicht aber über das Gesetz?




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