PATIENTENSICHERHEIT IM ST. JOHANNES

Ich möchte davon überzeugt werden und es auch wissen, dass sich so ein Fall wie der von Niels Högel nicht im Krankenhaus Varel ereignen könnte. Im Moment kann ich sonst nur daran glauben, dass es nicht möglich wäre. Kein Wunder, denn auch in den anderen Krankenhäusern gab es sicherlich schon (auch vorher) genügend andere „Überwachungsmöglichkeiten“. Nur versagten diese ja wohl und dann noch über sehr viele Jahre offensichtlich. Für mich sind hier ein paar grundlegende Dinge entscheidend.

Zuerst erinnere ich an die bekannte Knappheit in den Krankenhäusern. Was ist wohl ein knappes Gut in Krankenhäusern? Genau, Personal und Zeit. Ich selber kann mich dabei auf eigene Erlebnisse stützen. Es kam nicht selten vor, dass man als Patient stundenlang auf einen Arzt oder überhaupt eine erste Behandlung warten musste. Ursache meist, weil die vorhandenen Kapazitäten einfach erschöpft waren oder man schlichtweg zu einer ungünstigen Zeit (z. B. am Wochenende) da war.

Nein, das (teilweise auch unterbezahlte) Personal macht einen super Job und ich möchte manchmal nicht mit denen tauschen wollen. Ich bewundere sogar noch einige, wie sie stressvoll noch immer ihre Freundlichkeit bewahren und ihren Job 100% erledigen können. Das Problem ist einfach, dass es für eine gewisse Anzahl von Patienten auch  eine gewisse Mindestzahl von Mitarbeitern geben sollte. Selbst in Urlaubszeiten darf es zu keiner Unterbesetzung kommen. Es darf nicht angehen, so wie es sich aktuell teilweise verhält, dass eine Nachtschwester allein auf Station ihre ganzen Patienten versorgen muss. Auffälligkeiten bei einer einzelnen Person wären beispielsweise so nicht sofort zu entdecken, wenn es keine weiteren Kollegen mehr gibt, welche mit auf Station wären. Und wenn ständig alle beschäftigt und ausgelastet sind, wo sollen dann noch die notwendigen Kontrollen stattfinden? Vermutlich finden die meisten Kontrollen eh nur auf dem Papier statt, weil die Zeit für gründliche Kontrollen und Sicherheit-Schulungen einfach nicht mehr vorhanden ist.

Weiterhin ist der berufliche Druck ebenso zu beachten. Viele haben schlichtweg keine Zeit, sämtliche Kontrollmechanismen zu beachten oder Auffälligkeiten zu melden. Seien wir doch ehrlich und da kann man auch gerne in andere Zweige der Berufe hineinschauen. Wer möchte sich schon gern als „Paragrafenreiter“ oder „Mobbing-Kollege“ bekannt und „beliebt“ machen. Es sei denn, man ist ohnehin gerade der Arschloch-Typ dafür oder will selber Karriere auf den Rücken anderer machen.

So trennt man sich auch gern einmal von „merkwürdigen“ oder auch „nicht kompatiblen“ Kollegen. Das geht ganz einfach, indem man sie entweder befördert oder eben auch nach woanders hin weglobt (wenn man sie schon nicht so einfach entlassen kann). Das war ja im Fall Niels Högel offensichtlich so passiert, wobei hier noch alle seine ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten vernommen werden sollten. Im Laufe meiner eigenen beruflichen Laufbahn habe ich viele von solchen Typen kennenlernen dürfen. Fast immer war es die Angst der Vorgesetzten, dass der unbequeme Mitarbeiter zum Stolperstein der eigenen Karriere oder auch gemachten Fehlern werden könnte. Um das Gesicht zu wahren und lange Streitigkeiten zu vermeiden, nimmt man eben lieber den unkompliziertesten Weg im System. Hier sehe ich eine große Lücke. Im Gesundheitssystem (überhaupt im öffentlichen Sektor) darf so etwas nicht passieren. Wer als Mitarbeiter, gerade gegenüber Patienten „auffällig“ geworden ist, hat nicht unbedingt eine persönliche und berufliche Eignung für seinen Job und gehört damit auf den Prüfstand.

Wo ich mir allerdings ganz sicher bin. Der Fall Niels Högel ist nicht der einzige Fall. Es gab sicherlich schon viele andere und ähnliche „Niels“ und mit den passenden Todesfällen, welche eben keine normalen Todesfälle waren. Nur wurden diese Fälle leider nie erkannt, geschweige denn publik und so bleiben solche Zahl im Dunklen verborgen.

Wie das Hospital Varel einen Fall Högel verhindern will

In Oldenburg und Delmenhorst mordete Pfleger Niels Högel unbehelligt. Was wird in Varel getan, um die Patienten zu schützen?

https://www.nwzonline.de/friesland/blaulicht/varel-patientensicherheit-im-st-johannes-wie-das-hospital-varel-einen-fall-hoegel-verhindern-will_a_32,0,3258609513.html

 

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