Insektensterben in Nordwestdeutschland international bestätigt

Massiver Einsatz von Pestiziden auf Ackerflächen

Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland hat die erkannten Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland nun bestätigt. Diese dramatischen Studien wurden jetzt in der internationalen Online-Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

http://www.presseportal.de/pm/6347/3764257

Als gutes stellvertretendes Beispiel für diese ganzen Pflanzengifte sehe ich hier das bekannte und auch bei den Hobby-Gärtnern  beliebte Pflanzengift Glyphosat (Roundup) an. Der Einsatz geht mittlerweile so weit, dass sich das Pflanzen-Gift sogar schon im menschlichen Urin gut nachweisen lässt.

https://www.welt.de/gesundheit/article152963182/Glyphosat-im-Urin-ist-haeufig-und-auch-gefaehrlich.html

Für mich erschreckend, dass die Funde kaum mehr verwundern. Haben  bestimmte Erkrankungen beim Menschen hier vielleicht ihre Ursache?  Ist eine Panikmache trotzdem fehl am Platz, da Glyphosat mit dem Urin ja wieder  ausgeschieden wird?

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/glyphosat-im-urin-panikmache-auf-verbraucherkosten-a-1080585.html

Es mag ja sein, dass die Funde kaum verwundern und dass Glyphosat mit dem Urin teilweise ausgeschieden wird, aber müssen diese Pflanzengifte trotzdem den menschlichen Organismus überhaupt erreichen und diesen bis zum Ausscheiden komplett durchlaufen? Was bleibt trotzdem noch drin und was im Körper hat es bei dem Durchlaufen schon geschädigt? Machen wir es uns zu einfach, wenn wir lapidar sagen: „Ist ja doch nicht so dramatisch…„?

Und überhaupt finde ich es ebenso erschreckend, wie süffisant solche Aussagen mittlerweile getroffen werden können.  Pflanzengifte, in solch einem Ausmaß, haben für mich nicht in Lebensmittel und dann noch in menschlichen Körpern, vorzukommen.

Wie dem auch sei. Das oben war jetzt nur ein Beispiel von vielen anderen weiteren möglichen Pflanzengiften, die man ebenso bedenkenlos in der Masse einsetzt. Wichtig für viele am Ende scheint nur zu sein, dass der Verbraucher günstig einkaufen und das Unternehmen entsprechend Gewinne verbuchen kann. Vielleicht will man aber ja auch nur etwas gegen die Überbevölkerung tun.

Auf jeden Fall glaube ich nicht nur fest daran, dass der massive Einsatz von Pflanzengiften in der Landwirtschaft nicht nur bei den Insekten allein zu Problemen führt, sondern ich weiß es sogar.

Wer jetzt aber noch immer meinen sollte, dass ein wenig Pflanzengift auf dem Acker bedenkenlos wär, der kann ja gerne mal vor versammelten Zuschauern eine kleine, also nicht tödliche, Dosis zu sich nehmen. Gerne oral oder meinetwegen auch (wem es besser gefallen sollte) anal eingenommen. Mal schauen, wie schnell sich so eine Meinung (spätestens danach) ändern kann.

Was der Mensch vielleicht noch(!) verkraften kann, dürfte den Insekten sicherlich dafür aber erheblich mehr schaden. So ein kleines Insekt hat doch wesentlich kaum etwas (sonst würde man sie auch nicht einsetzen) den Giften entgegenzusetzen. Die Population nimmt so immer weiter ab.

In der Tat merke ich selber auch, wie ich den letzten Jahren nicht mehr so oft die Windschutzscheibe voller Insekten reinigen muss, obwohl ich wesentlich mehr und länger mit dem Auto unterwegs bin. Das bestätigt auch der Landesvorsitzende des NABU NRW, Josef Tumbrinck mit seiner Aussage: „Früher mussten wir Autoscheiben nach ein oder zwei Stunden Fahrt wieder von Insekten säubern und an Straßenlaternen flogen massenhaft Insekten. Heute ist das meist nicht der Fall. Diese Beobachtungen wurden mir vielfach aus allen Regionen des Landes mitgeteilt.

Professor Dave Goulson von der Sussex University und Co-Autor der Studie zeigt sich ebenfalls besorgt: „Insekten machen etwa zwei Drittel allen Lebens auf der Erde aus. Wie es scheint, machen wir große Landstriche unbewohnbar für die meisten Formen des Lebens, und befinden uns gegenwärtig auf dem Kurs zu einem ökologischen Armageddon. Bei dem derzeit eingeschlagenen Weg werden unsere Enkel eine hochgradig verarmte Welt erben.“

Übrigens ist der Weg zum Bio-Hof auch nicht unproblematisch. Bio heißt ja nicht automatisch, dass man auf diese Mittelchen verzichten würde. Hier wird oft nur mehr „offiziell  kontrolliert“ und etwas weniger von den Giften benutzt. Das sagt aber nichts darüber aus, wie gesund diese Produkte am Ende gegenüber den herkömmlichen sind und dass gar kein Mittel eingesetzt worden ist. Das zeigen mitunter  auch Test, wo manchmal gerade Bio-Produkte erschreckend hochgradig mit Pflanzengifte kontaminiert waren.

https://www.morgenpost.de/ratgeber/article210227893/Warum-auch-Bio-Produkte-nicht-immer-frei-von-Pestiziden-sind.html

Ich wage sogar zu der These, dass konventionell angebautes Gemüse vom bekannten Bauern um die Ecke, vielleicht sogar noch gesünder als so manches aus dem Bio-Laden ist. Hauptsache ein „Bio- Label“ drauf und dann ist alles gut?

http://www.tagesspiegel.de/wissen/oekologische-lebensmittel-bio-ist-besser-nicht-unbedingt/12446778.html

Am Ende bleibt also nur der gute Glauben an das Produkt. Wissen tun wir es nicht, was genau (an Pflanzengiften) drin ist, wenn es keine unabhängigen Laborberichte und Vergleiche dazu gibt.

Vielleicht sollte man ein wenig mehr über seine (zukünftige) Gesundheit nachdenken, wenn man beim billigen Discounter um die Ecke sein günstiges und super aussehendes Gemüse kauft und sich darüber beschwert, dass der Händler XY teurer ist und sein Gemüse nicht so schön, eher krumm  gewachsen aussieht und der Apfel auch noch vielleicht einen Wurm hat.

Was Pflanzengifte mit Menschen anrichten können, kann man übrigens hier in Fotos sehen:

https://www.waz.de/panorama/was-pflanzengifte-mit-menschen-anrichten-id212214177.html

Der Verbraucher macht sich mitschuldig, wenn dieser sein Kaufverhalten nicht überdenkt und entsprechend anpasst. Politik und Wirtschaft reagieren nur so, wie man denen eben zulässt und solange keiner die Stimme erhebt, wird sich kaum etwas ändern. Ich hoffe der schöne und glänzende Apfel schmeckt jetzt weiterhin …

 

Mehr Infos:

Veröffentlichung „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“: Fachartikelnummer DOI: 10.1371/journal.pone.0185809

http://www.buerger-whv.de/vorschau/cms/index.php?e1=610&e2=11992&e3=18204&e4=19166

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