Die Schickeria für Dangast läuft sich bereits warm

Dangast – Das gespaltene Dorf

Die aktuelle Diskussion zeigt auf, in welche Richtung das Dörfchen Dangast zukünftig laufen soll. Es bleibt spannend, da ich beide Seiten verstehen kann und es noch immer zu viele ungeklärte Fragen und Ungereimtheiten gibt.

Für mich war Dangast immer das kleine, gemütliche Dorf, in dem früher einige meiner alten Schulkollegen wohnten. Als Kind und auch als Jugendlicher fuhr ich gern nach Dangast, um mich dort mit meinen Leuten zu treffen oder um dort auch im Quellbad baden zu gehen. Es war nicht überlaufen, alles überschaubar und wir hatten viel Spaß. Es war zu einer Zeit, als es noch nicht so viele Touristen gab und es noch so richtig „Gemütlich“ war. Mal eben schnell bei Wilhelm in der Kurhaus Klause (war damals ein Tipp vom meinem lieben Bruder) einen heißen Kakao trinken und über die See  in Richtung Wilhelmshaven schauen. Das war Entspannung pur. Keine Hektik und keine überfüllten Kneipen, Restaurants, Straßen und Strände. Das hatte was. Aber die Zeit verändert eben alles und hier auch eben das Dorf Dangast.

Der neue Kurdirektor wurde, so könnte ich es meinen, nur extra für dieses Großprojekt „Hotelanlage“ eingestellt, um Dangast komplett umzukrempeln. Hier würden mich einmal die Anfänge interessieren. Wie kam der Bürgermeister auf den Kurdirektor (kannten sich beide vorher schon aus Studienzeiten, wie andere mir berichteten und ging es um Gefälligkeiten?)?  Zumindest sehe und höre ich den Kurdirektor nur immer im Bezug zu diesem Thema „Dangast“, wobei andere wichtige Themen irgendwie ausgeklammert werden bzw. schon wurden. So wundert es mich auch nicht, wenn der Kurpark nun weit unter einem Normalpreis verhökert und die Gebäudeanlage Deichhörn abgerissen wurde. Schon klar, dass man dann vor bzw. während des Abrisses feststellt, dass man die Anlage doch nicht hätte sanieren können. Was stellt man nicht immer wieder spontan so alles fest, nur um die Kritiker im Zaum zu halten.

Auch die Argumente wegen dem jährlichen Defizit zeigen mir eigentlich, dass in dieser Mannschaft vom Rathaus keine schwäbischen Hausfrauen/männer sitzen können. Vielleicht sollten sie lieber einen kleinen selbstständigen Handwerker einstellen, der jeden Monat um sein Überleben kämpfen muss. Der weiß sicherlich am besten, wie man jeden Euro umdrehen muss, um über die Runden zu kommen, eine kleine Sicherheit zu behalten und dabei noch ehrlich und unabhängig zu bleiben.

Ein absoluter Wahnsinn, was in der Stadt seit Jahren (Beispiel Fußgängerzone) schon passiert; aber nicht nur in Varel allein, wenn man sich die Subventionen so anschaut. Es wird mit staatlichen Fördermitteln geworben, damit Städte und  Kommunen sich noch weiter in den Strudel der Schulden bewegen und damit in eine Abhängigkeit kommen, mit der man die Städte zum Schluss in den Sog der Globalisierung ziehen kann. Das wäre ja so, als wenn ein Schuldner kein Geld mehr hat, aber noch einen weiteren Kredit bekommt, um sich ein schickes Auto kaufen zu können. Die Schildbürger sitzen zum Teil wohl auch in Varel.

Wie lange wird es wohl dauern, bis auch Varel seine letzten Möglichkeiten unabhängiger Entscheidungen verspielt haben wird? Wie lange wird es dauern, bis das kleine beschauliche Dörfchen zu einem Dorf für die Schickeria geworden ist. Dangast wird sich für einige wenige lohnen und ja, sicher auch für viel Geld am Ende sorgen, aber eben nur für einige wenige. Der große Rest, also der normale Bürger, wird sich andere Orte suchen, ähnlich wie hier auf Sylt.

Die Anfänge waren schon vor vielen Jahren im Jahr 2013 zu erkennen, obwohl die Grundsteine sicherlich schon lange vorher gelegt wurden.

Ausschnitt aus einer Sitzung des Rates der Stadt Varel zum umstrittenen Großprojekt in Dangast, dem Bau einer riesigen Hotelanlage.

Pressemeldung der Bürgerinitiative gegen den Bau:

Manche wissen es, ahnen es und wiederum andere haben noch keinen blassen Schimmer: Dangast soll sich nach dem Willen einger Verantwortlicher (darunter z.B. der amtierende Kurdirektor) maßgeblich verändern. Es geht dabei um den Verkauf und Abriss der Kuranlage, die Errichtung eines massiven Hotelkomplexes, die Bebauung der Sandkuhle und um die Verlegung der Deichlinie.

 

Vor der Vareler Ratssitzung am 28.11.2013 versammelten sich die ersten Bürger machten deutlich, was sie vom Taddigs-Plan für Dangast halten. In der Ratssitzung selber mussten Varels Bürgermeister Wagner, der Kurverwalter Taddigs und die Plan-Befürworter sich den zurecht wütenden Bürger-Statements stellen.

 

 

Manche Diskussionen kommen mir daher schon so vor, als ob sich Dangast doch eher in eine Richtung bestimmter Klientel entwickeln wird und soll. Die mondäne Welt soll offenbar, so mein Gefühl, Einzug in Dangast halten. Superreiche mit vollen Taschen auf dem Campingplatz und in den etablierten Einkaufsläden der Stadt.

Für mich wäre es dann auch  kein Wunder mehr, warum die Stadt Varel sich vermutlich weigert, weitere Läden (wie z. B. ein Fisch-Laden oder NANU-NANA) im famila-Supermarkt (es gibt hier noch leere, ungenutzte Flächen) aufnehmen zu wollen (oder auch andere Läden wie Joschis Fischbude gegen die Wand fahren lässt), weil z. B.  die etablierte Interessengemeinschaft Vareler Hafen e.V.  (wo der Bürgermeister angeblich auch Mitglied sein soll) das gar nicht gerne sehen würde, wenn die Menschen ihren frischen Fisch schon im famila bzw. vor Ort kaufen könnten.

Wenn es sich so verhalten sollte, haben der Kurdirektor und der Bürgermeister (incl. den Angehörigen und Freunden) vermutlich auch schon die Ehren-Eintrittskarten auf Lebenszeit, für den zukünftigen Dangast-Eintritt bekommen.

 

Es gibt Pro und es gibt Contra in Sachen Dangast.

 

Ein sehr ausführlicher Bericht der Lokalredaktion von der Nordwest-Zeitung findet sich hier:

WO SICH MENSCHEN NICHT MEHR GRÜSSEN
Dangast verändert sich: Im ältesten Nordseebad an der deutschen Küste wächst der Nordseepark heran, eine Anlage mit 700 neuen Gästebetten – doch das missfällt vielen. Der Riss durchs Dorf ist inzwischen tief.
https://www.nwzonline.de/politik/niedersachsen/dangast-wo-sich-menschen-nicht-mehr-gruessen-dangast-das-gespaltene-dorf_a_32,1,1206235475.html

 

Weitergehende Informationen der Bürgerinitiative findet man hier:

https://dangast-bi.jimdo.com/

 

 

Weitere Links:

https://www.nwzonline.de/friesland/kultur/wagner-stellt-sich-vor-taddigs_a_1,0,490990525.html

https://www.nwzonline.de/varel/vertrag-mit-taddigs-nun-unbefristet_a_10,4,4070344215.html

http://www.dangast.de/home.html

 

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