Die Schande von Winkelsheide

Abenteuerstraße „Großer Winkelsheidermoorweg“

Relativ von den meisten unbemerkt gibt es schon seit Jahren eine weitere Attraktion in Winkelsheide. Diesmal für unerschrockene Verkehrsteilnehmer. Man bemerkt es auch nur, wenn man sich dort gerade aufhält oder mit einem Geländefahrzeug durch diese Straße fährt.

Das Fahren auf der öffentlichen Straße „Großer Winkelsheidermoorweg“ in Winkelsheide (Varel), ausgehend von der Bundesstraße Wilhelmshavener Straße,  gleicht einer Mischung aus Fahren auf einer mit Krater überzogenen Mondlandschaft, garniert mit (bei Gegenverkehr mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen oder LKW oder auch SUV) Einlagen wie man sie als Teilnehmer, Zuschauer von Rallye Dakar und Stockcar her so kennt.


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Vor besonderen Gefahrenstellen wird ja gleich schon zu Anfang gewarnt.

 

Besondere Muster bilden sich bei und nach starken Regenfällen, wo sich in den Kratern ganze Seen mit tollen und bekannten Farbeffekten bilden und die Straßen teilweise auch noch mit überfluten, wo man dann nicht mehr erkennen kann, wo das Loch anfängt, geschweige denn aufhört. So sorgt ein rasantes Durchfahren für besonderen Spaß für die nahen Fußgänger oder auch Radfahrer.


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Darüberhinaus erzeugt die Stadt regelmäßige Slapstick-Einlagen, indem sie die tiefen Löcher an den Rändern dieser Straßen mit einem Gemisch von Sand und Kies auffüllen lässt. Dieses Gemisch wird ebenso regelmäßig wieder ausgefahren, wo sich danach dann dann eine lose Sammlung von spitzen Steinen auf der Straße befindet. Diese teilweise spitzen Steine haben bei uns übrigens mindestens zwei Reifenschläuche von den Fahrrädern durchstochen, so dass man mittlerweile gar nicht mehr diesen Weg mit dem Fahrrad unbedingt befahren möchte. Wie ich darüber denke, kann und darf ich hier gar nicht wiedergeben.


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Warum werden sie überhaupt immer wieder aufgefüllt? Diese tiefen Löcher eignen sich doch bei den vielen Regenfällen mittlerweile doch auch gut als Badeseen für kleine Kinder, Hunde und andere Lebewesen, welche sich dort erfrischen möchten. Aber auch Fische könnte man mittlerweile doch aussetzen. Für die hiesigen Angelvereine sicherlich interessant.


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Lieber Herr Bürgermeister (ich habe sie übrigens nicht gewählt). Mit Sachverstand wird dieses Thema von Ihnen wohl nicht angegangen, obwohl sie dort ja auch in der Nähe wohnen und diese Örtlichkeit eigentlich kennen müssten. Vermutlich fahren sie aber wohl eher andersrum, wo der Weg dann befestigt ist und keine Krater an den Rändern besitzt. Nein, dann kann man sich ja auch für diese Problematik nicht verantwortlich fühlen.

Auch ein Blick in den städtischen Geldbeutel sollte diesen jahrelangen Unsinn der „Auffüllerei“ doch irgendwann einmal beenden lassen. Dieses regelmäßige „Flickschuster-Werk“ der Stadt kostet über die vergangene und zukünftige Zeiten gesehen, mittlerweile insgesamt gesehen dem Stadtsäckel sicherlich mehr, als wenn man einmal ordentlich die Straßenränder teeren bzw. anderweitig dauerhaft befestigen würde.


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Übrigens Herr Bürgermeister (nebst ihren lieben Stadtkumpanen). Eine jetzt mögliche Argumentation von Ihrer Seite, dass eine breitere Straße auch automatisch dann zu mehr Raserei führen würde, kann ich ins ad absurdum führen und das sehe ich jetzt auch erst einmal nur für mich persönlich.

Ich fahre normal mindestens 2 mal und teilweise auch bis zu 3 bis 4 mal täglich diesen Weg entlang und zu mindestens 50% kommen mir „Raser“ (welche die dort angesetzten 30 Km/h teilweise wohl pro Bein und Arm oder mal Anzahl der Insassen berechnen) und andere Straßen-Terroristen mit ihren teilweisen dicken Karren entgegen, die nicht langsamer fahren wollen und daher die Ränder zum Ausweichen nehmen oder auch mich zum Ausweichen (damit ich eine etwaige Kollision vermeiden kann) auf diese Krater-Ränder zwingen.


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Ein manchmal aufgestelltes mobiles Leuchtschild mit „Langsam fahren“ (wäre ungefähr so, als wenn man einem Alkoholiker ein Schild mit „Langsam trinken“ vor der Bar aufstellen würde) zeigt mir übrigens, dass ich mit meiner Beobachtung nicht alleine sein kann, da ich bei vielen schneller fahrenden Autofahrern vor mir (bzw. hinter mir, je nach Richtung) die Signallichter von diesem dann „traurigen Smiley“ leuchten sehe. Nicht nur diesem Smiley kommen bei solchen Zuständen die Tränen.

Wenn man also etwas richtig in Sachen Geschwindigkeit machen will, dann geht das in diesem Fall nur mit künstlich angelegten Barrieren oder „Hindernissen“, welche zur Durchfahrt nur Platz für ein Fahrzeug lassen.


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Apropos Fußgänger. Die seitlichen Wege lassen so, gerade bei Regenfällen, überhaupt nicht mehr von Fußgängern nutzen und müssen sich dann auf die Straße bewegen. Und falls jemand mit einem Rollstuhl unterwegs ist, was soll’s? Auch ein behinderter Mensch möchte gern mal wieder über Stock und Stein fahren oder mit Karachi in einen vollen „Pfützen-Krater“ fahren. Heißa, das macht dann doch wieder mal Spaß.


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Was mich nur wundert ist, dass Anwohner dieser Straße sich kaum beschweren bzw. sich so ruhig verhalten. Sollten gerade doch die es sein, die sich vom  hochgewirbeltem Staub und Steine bzw. Matsch, belästigt fühlen sollten; bin ich denn der einzige? Vielleicht habe ich es ja auch nur noch nicht mitbekommen, dass andere es ebenso sehen, aber sich nur nicht trauen, sich zu melden.

Sie sehen also Herr Bürgermeister, es wird langsam Zeit, dieses Anliegen anzugehen und damit den Bürgern etwas gutes zu tun.

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