Offene Grenzen, aber der Weihnachtsmarkt wird „eingezäunt“

Wer wird hier vor wem oder was geschützt?

In diesem Jahr (und kurz vor Abschluss) erreicht die Paradoxie der Naiven wieder seinen Peak. Wer mag eigentlich noch einen Weihnachtsmarkt ohne Hintergedanken besuchen gehen? Jetzt mal wirklich ehrlich!


Ich nicht mehr, eben auch, weil viele Märkte oft nur noch Kommerz und lächerlichen Nippes bedeuten. Ebenso sind mir noch zu viele angeheiterte und peinliche „Glühwein-Nasen“ (noch schlimmer diese Spaß-Gruppen, die auch noch laut grunzen und grölen müssen) unterwegs, welche meine Sinnesorgane grausen lassen.

Weihnachtsmärkte nach guter alter Sitte gibt es schon lange nicht mehr, da durch das Toleranz- und Gendergeschwafel mittlerweile alles peinlich genau beachtet werden muss. Es darf keiner vergessen werden oder sich ausgeschlossen fühlen, da man ansonsten schnell verklagt werden könnte. Also darf man (auch als Veranstalter) sich nicht verdächtig machen, wenn man nicht aus der großen Gesellschaft „Wir tun so, als hätten wir uns alle ganz doll lieb“ ausgeschlossen werden möchte.

Für kleine (und große) Kinder sind diese Weihnachtsmärkte nicht mehr so, wie sie einmal waren. Leuchtende Kinderaugen sieht man kaum noch und höchstens dann, wenn diese blutgerändert auch mal von ihrem Smartphone nach oben (sofern das noch gehen sollte) hochschauen. Mehrere Fahrten mit dem modernen Kinder-Karussell können sich auch nur noch die Eltern von einem normalen und Ritalin freien Kind leisten, die gerade eben in der Weihnachtslotterie gewonnen haben.

Aber egal, die Politik der offenen Grenzen und „ich habe jeden und alles lieb“ darf nicht weiter in Frage gestellt werden. Schon gar nicht wegen der angekündigten Fortführung der GroKo (des Großen Kotzens). Dafür darf sich jeder Deutsche nun aber auf den Weihnachtsmärken endlich wieder sicherer fühlen. Brot und Spiele für das Volk gehen weiter; „the show must gon on“..

Auch in Oldenburg hat man sich gewappnet:

LAMBERTIMARKT IN OLDENBURG

Betonpoller und Sperren sorgen für Sicherheit
Die acht Betonpoller neben dem Schloss sollen Anschläge mit Fahrzeugen verhindern. Sie sind allerdings nur eine Zwischenlösung.

https://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/oldenburg-lambertimarkt-in-oldenburg-betonpoller-und-sperren-sorgen-fuer-sicherheit_a_50,0,793983347.html

Das alles ist mittlerweile so eine Selbstverständlichkeit geworden, dass kaum einer mehr diese ganzen irren und mittlerweile sogar notwendig gewordenen Aktionen infrage stellt.

https://www.google.de/search?q=weihnachtsm%C3%A4rkte+sicherheit&spell=1&sa=X&ved=0ahUKEwivxKmC7-vXAhURaVAKHYs6DnoQvwUIJCgA&biw=1850&bih=921

Sicher, die meisten trauen sich nicht und schweigen. Aber trotzdem sollte es legitim sein, dass man nach den Ursachen fragt und auch fragt, wie man diese denn in den Griff bekommen kann. Stattdessen aber wird weiter wie belämmert an den Symptomen gefrickelt und die Bürger freuen sich wie eine dumme Gans, die noch schön kurz vor dem Schlachten dick gefüttert wird. Wie ein Arzt der bei seinem Patienten sein gerade seinen abgesägten Finger mit einem Pflaster an der Hand behandeln will, obwohl der Finger direkt daneben liegt und wieder angenäht werden könnte und wo der Patient die Hand in der noch immer laufenden Säge stecken hat.

Betonpoller an den Eingängen und Polizisten mit Schusswaffen sorgen jetzt also für einen besinnlichen Aufenthalt. Vermutlich sind der Weihnachtsmann und seine Mitarbeiter vor Ort nun auch eher Mitarbeiter von einer Anti-Terror oder Security-Firma. Wo der Weihnachtsmann(/frau) mit einer stets bereiten Schusswaffe (eine Pumpgun, getarnt als Rute) unter dem Mantel bereit steht.

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Nun bin ich mal gespannt, wann die erste Terror-Drohne von oben kommen wird. Es ist doch so bescheuert. Jeder halbwegs intelligente Terrorist könnte auf so eine Idee kommen. Darüber hat wohl noch keiner nachgedacht. Drohnen sind mittlerweile in jedem Spielzeugladen zu bekommen und können wunderbar mittels Smartphone und Kamera gesteuert werden. Auf jeden Fall empfehle ich, den Markt daher noch mit einem breiten Dach und einer 5-km-Flugverbotszone abzusichern. Dazu könnte man noch auf den Dächern eine Flak bzw. Flarak und einem Flak-Scheinwerfer zum Ausleuchten des Himmels aufstellen. Überwachung per Satellit natürlich inklusive.

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Nein, ich vermisse den Weihnachtsmarkt so, wie er mal war. Offen und zugänglich und mit eigenem Charakter und diesem Hauch einer besinnlichen Zeit. Diese gibt es auch noch, aber meist nur auf kleinen Dörfern.

So in einer größeren Stadt verhält sich der Weihnachtsmarkt jetzt mehr wie ein umzäunter Zoo. Da wo die artgeschützten Bürger die Tiere sind und vor anderen Gästen geschützt werden müssen, die ihnen vielleicht das falsche Futter in Form einer Bombe zuwerfen wollen oder wo die „Tiere“ mit dem großen Bollerwagen auf der Streichelwiese überfahren werden sollen.

Aber ich weiß natürlich, dass es kaum Menschen gibt, denen meine Meinung interessiert, solange man immer weiß, welche Unterhose Prinz Harry bei seiner Vermählung tragen, wann Jogi wieder offiziell für alle im Ball-TV popeln darf, welcher DSDS-Superstar welche Drogen auf der Toilette genommen hat und welcher Bauer, welche Frau am Ende bei RTL bekommen wird.

Frohe Adventstage wünsche ich.

 

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