KööM – Mickey Maus / Marihuana-Tee

Als es in Varel noch kulturelle Möglichkeiten gab

KööM (auch später als  Herbman Band bekannt) war in der Zeit von 1977-’88 eine bekannte Band in Varel. Mein Cousin (ein Musik- und Hifi-Freak) hatte in seiner umfangreichen Plattensammlung damals u. a. auch eine KööM-Platte und spielte mir daraus die beiden Lieder „Mickey Maus“ und „Marihuana-Tee“ vor. Für mich war diese Art von Musik damals ungewöhnlich neu und auch merkwürdig anzuhören. Wäre man damals so weit wie heute gewesen, hätten diese Lieder wohl eher ein Verbot erfahren.


Geschichte:

KööM wurde 1976 von Schülern des Schülern des Lothar- Meyer- Gymnasiums in Varel gegründet. Eine Gründung, die mich schon sehr beeindruckt, da heutzutage die meisten jungen Leute sich lieber von Dieter Bohlen (auf eine Hoffnung, trotzdem noch ein Star werden zu können) beschimpfen lassen wollen. Ein Grund mit, warum ich noch immer gern diese Garagen- und Schülerbands sehe und höre.

Dank dem damaligen Bassisten (und heute international bekannten Schrott-Künstler Diedel Klöver) hatte die Band das Glück, über einen ständigen Probenraum verfügen zu können. In der Gaststätte Zur Linde (in Rallenbüschen, zwischen Varel und Dangast) konnte man öfter die Teller und Tassen daher wackeln hören.  Der erste Auftritt fand dann am 17.06.1977 im Jugenszentrum in Zetel statt.

KööM weiß ich nicht so recht für mich korrekt einzuordnen, was wohl auch nicht so einfach geht. Sie wird aber allgemein als Reggae-Ska-Pop-Band bezeichnet, was wohl den Kern trifft und mit dem ich mich auch anfreunden kann. Da sie wohl auch eine der ersten Reggae-Bands in Deutschland waren, würde es auch wunderbar passen.  Ich sehe KööM (aus heutiger Sicht) zu dieser damaligen Zeit positiv, da sie im Grunde schon ihrer Zeit irgendwie voraus waren und vielleicht auch die Grundlagen für andere spätere Band, welche noch kommen sollten, bildeten.  Krautrock war noch aktiv und Reggae und die spätere „Neue Deutsche Welle“ steckten in Deutschland noch in ihren Anfangsjahren bzw. Kinderschuhen. Trotzdem sang KööM schon deutsche und eigene „Aufreger-Texte“ zu eigenen Kompositionen in einer faszinierenden Art, welche später bei  anderen Bands ebenso zu großen Bekanntheitsgrad führen sollten (z. B. Trio mit „Da, da, da, …„).

 

 

Die Band suchte zur damaligen Zeit ihresgleichen in Deutschland. Leider gibt es bedingt durch die eingeschränkte damalige Technik nur wenige Mitschnitte von den Live-Auftritten, wie hier der vorletzte aus dem Jahr 1988 aus der Weberei in Varel, kurz vor dem Ende dieser Band.

 

 

Allgemeinwissen:

Als Kööm (manchmal auch nur mit einem „ö“ geschrieben) bezeichnet man in Norddeutschland übrigens auch einen hellen bzw. gelben Aquavit.

Zum Eierlikör sagt man hierzulande auch gerne einmal  Klötenkööm (plattdeutsch Klöten für Kloß,, Klumpen oder auch Hoden).

Weitere Infos und Hintergründe:

https://kööm.de/

http://kulturserver-hildesheim.de/home/pissendekuh/homepage/html/KOEOEM.html

https://myspace.com/koeoem

https://www.youtube.com/user/koeoem#p/u

Diedel Klöver

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