Versprechen für Varel gebrochen

Von der Bahn und der Stadt Varel auf ein Abstellgleis geschoben

Ein mir bekannter und beliebter Spruch passt hierzu: „Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen„. Ich würde da noch allzu gerne Weiteres hinzufügen wollen: „… und wer es dennoch bricht, der verdient das Leben nicht„.


VERSPRECHEN FÜR VAREL GEBROCHEN
Ex-Bahnchef hat Mund zu voll genommen
Der damalige Bahnchef Grube hatte 2016 einer Rollstuhlfahrerin Barrierefreiheit für den Vareler Bahnhof versprochen. Eigentlich müsste jetzt schon daran gearbeitet werden. So konkret wie ihr Ex-Chef wird die Bahn jetzt aber nicht mehr.
https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/varel-versprechen-fuer-varel-gebrochen-ex-bahnchef-hat-mund-zu-voll-genommen_a_50,0,1707392260.html


via GIPHY

Elementare Grundwerte unserer Gesellschaft (dazu zähle ich auch Versprechungen) zählen mittlerweile in der modern vergenderten und politisch versifften Gesellschaft (wo oft nur das eigene Wohl, die eigene Karriere und die nackten schwarzen Zahlen am Ende zählen) immer weniger.
Es wundert mich schon lange nicht mehr, wie ehemals ehrenvolle Werte immer mehr an Wert verlieren dürfen. Gerade dann, wenn es um das liebe Geld geht, werden einfache normale Dinge gerne vergessen. So wie auch in diesem Fall. Seit die deutsche Bahn privatisiert worden war, liegt vieles im Argen. Es zählt am Ende immer nur der wirtschaftliche Gewinn. Die Bahn hätte meiner Meinung nach, nie privatisiert werden dürfen und staatliches Allgemeingut bleiben müssen. Vom Steuerzahler finanziert und von diesem genutzt.

Aber bleiben wir bei der damaligen Realität bzw. Absurdität. Wie bei einer Zirkusaufführung wurde damals das geplante Vorhaben gefeiert; sogar das Fernsehen war für die Öffentlichkeitsarbeit mit dabei. Man hätte gleichzeitig auch schon die Besiedlung vom Mars feiern können, das wäre damals ebenso sinnfrei gewesen, aber gejubelt hätte man sicher auch.


via GIPHY

 

Dass hier aber der Fingerzeig allein auf den damaligen Bahn-Chef Grube gehen soll, halte ich persönlich für naiv, zu einfach und zu kurz gedacht. Denn auch die zuständigen und beteiligten Damen und Herren von der Stadt und dem Landkreis (alle damals mit dabei) sind da alle nicht ganz unschuldig. Da wir uns in der Öffentlichkeit befinden und es um Finanzierungen gehen sollte, hätten alle Beteiligten bzw. Verantwortlichen wissen müssen, dass solche Versprechungen ohne rechtliche Festsetzungen so wertvoll und haltbar sind, wie ein offener Wassereimer, der damals mit feuchtwarmer Pressluft gefüllt worden war.

Es wäre ja auch nicht das erste Mal in der Geschichte, wo Politiker sich an ihr Geschwätz von gestern nicht mehr erinnern können. Auch nicht das erste Mal, dass die Nachfolger nur wieder auf ihre Vorgänger zeigen, weil es ja so schön einfach ist. Die maximale Dauer von Versprechungen und Erinnerungen halten ohnehin maximal nur Legislaturperioden. Oder auch solange man sich in einem von diesen glorreichen und hoch bezahlten Ämtern befinden darf bzw. es sich um das Fortbestehen in diesem geht. Warum das Versprechen nicht eingelöst wurde, erfährt man nicht. Aber als Begründungen werden sonst gerne u. a. der Klimawandel, der Geburtstag von der Schwiegermutter vom Nachbarn oder wenn der Fisch starke Schuppen hat, genommen.

Ich stelle daher die Frage(n):
Herr Bürgermeister & Co., warum wurden diese „Versprechungen“ damals nicht mittels einer einfachen und rechtsgültigen Unterschrift festgehalten und damit absolut rechtssichernd besiegelt?“ Warum wurden damals nicht schon konkrete Ziele und Maßnahmen benannt und in die Wege, in Form eines Projekts, geleitet? Wurden hier am Ende doch nur wieder Steuergelder „verbrannt“? Welche Kosten sind denn bislang für dieses ganze Vorgeplänkel namens Vorbereitungen usw. für dieses Projekt (wissen die Beteiligten überhaupt, wie man ein Projekt plant?) bislang angefallen? Der Bürger (gerade wenn dieser sonst für seine eigene Nicht-Pflichterfüllungen zu Strafen verdonnert wird)  hat hier wohl ein Recht auf Antworten, denen Taten folgen, oder etwa nicht? Konkrete Lösungen sind gefordert und kein Geplänkel mit Hinhalte-Taktiken.

Ansonsten sollten die Projektmanager doch hier mal reinschauen (nur ein Beispiel). Dann können sie vielleicht noch etwas lernen.

Oder ging es letztendlich damals doch nur darum, der Öffentlichkeit, den Bürgern und den Medien, den berühmten „Knochen“ zu geben, damit sie erst einmal still sind? Gerade ja auch, nachdem der Übergang bzw. der Bahnhof von Varel mehrmals unrühmlich im Fernsehen erwähnt worden war, wurde das ja auch nötig.

 

 

Wir tun mal so als ob„, das wird die meisten dann schon besänftigen. Für die eigenen Wahlergebnisse und das Pushen dieser, tut man als Partei bekanntlich alles, auch wenn man sich dafür mit anderen Parteien am Ende(gerne) arrangieren muss, um gemeinsam weiterhin im Sumpf leben zu können.

Ich erinnere zu diesem Thema auch gern noch an ein anderes Thema, wo der Bürger das scheinbar auch schon wieder aus dem Auge verloren hat:

 

 

Weitere Links:

https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/fangt_a_50,0,1707393875.html

Pressemitteilung:

https://www.deutschebahn.com/file/pr-hamburg-de/8597802/ON-YpcZ0GnPFlVzTO26MG5Ru2TI/12003412/data/Pi_Varel.pdf

Aus der Mottenkiste, wo vieles damals schon vorhersehbar war:

 

https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/vareler-bahnhof-fuer-behinderte-skandaloes_a_3,1,194899683.html

Das passende Lied, für die Reisenden, die nicht den gegenüberliegenden Bahnsteig erreichen können:

 

Sonstiges aus der Historie:

https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/bahnhofsuebergang-einst-doppelt-so-breit_a_16,0,1499060588.html

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.