Nimm die U-Bahn (Sesamstraße)

Ein Plädoyer für (mehr) öffentliche Verkehrsmittel (auf dem Land)

Was in der Großstadt relativ einfach und umzusetzen geht, verläuft sich auf dem Land, wo es keine U-, oder S-Bahnen und weniger Busse gibt,  zu einer großen Katastrophe. Was aber ja auch kein Wunder ist. Seit die öffentlichen Verkehrsmittel privatisiert worden sind, geht es auch hier am Ende nur um die Rentabilität; also um nackte schwarze Zahlen. Bei der Bahn hat man ja schon mittlerweile gemerkt, in was für einen Chaos man da dadurch geschlittert ist. Die Verlierer waren die Kunden.

 

Anmerkung: Ein alter Klassiker aus der bekannten Sesamstraße. Hier macht „Schwarzfahren“ noch Spaß; der Schaffner pennt (und sieht aus wie der Bruder vom Professor Hastig).

Ich wäre ja froh, wenn es auf dem Land mehr Möglichkeiten zur Nutzung von öffentlichen (und auch kostenlosen) Verkehrsmitteln geben würde. Zwar gibt es in der Nähe zwar ein relativ großes Busunternehmen (Bruns), aber man hat kaum eine Möglichkeit, deren „möglichen Möglichkeiten“ auch vor Ort zu nutzen. Von früh bis spät, oder auch nachts, was sicherlich sinnvoll für die Damen wäre.

So fahren die Busse zwar alle von dem dortigen Busbahnhof los und kommen da auch wieder an, aber eine einfache Zustiegs- bzw. Ausstiegsmöglichkeit ist dort nicht vorhanden. Man sieht daher meist in dem Bus nur allein den Fahrer sitzen. Die einzige Haltestelle (1 km weiter) bei uns im Ort ist so gut wie verwaist und kann nur zu bestimmten Zeiten von Schulkindern genutzt werden.

Behinderte Menschen im Rollstuhl klatschen sicher begeistert in ihre Hände, wenn sie kilometerweit erst noch zu einer entsprechenden Haltestelle „rollen“ müssen. Nur damit sie vielleicht am Ende ihrer geplanten Odyssee dorthin kommen, wo sie hin möchten oder sogar müssen (und sei es nur zum Einkaufen). Wenn ich dann von dem öffentlichen Gequatsche von einer „öffentlichen Barrierefreiheit“ lese, komme ich mir dann auch als „nicht behinderter Mensch“ schon von dieser menschenunwürdigen Politik verschaukelt vor.

Gerade wenn es um die Kosten geht, fehlen (trotz der enormen technischen Fortschritte in den mobilen Bereichen) viele allgemein nutzbare und einfache Möglichkeiten. Mir ist z. B. ein Fall bekannt, wo ein älterer Herr 60 EURO für ein Rollstuhltaxi bezahlen musste, um in das nächste Dorf (und zurück) zu gelangen. Die Strecke betrug 12 km. Einen Bus kann man nur an der nächsten Haltestelle, einen Kilometer weit entfernt und nur zu bestimmten Zeiten, erreichen.

Während man Arztbesuche mittels Taxi vielleicht noch von der Kasse erstattet bekommt, werden Ausflüge (zum Kaffeeplausch in die Stadt) und einer mickrigen Rente, somit eher selten vorkommen. Soziale Ausgrenzung unserer „Alten“ könnte man das auch nennen. Auf der anderen Seite wirft man die Millionen aus dem Fenster, fahren andere umsonst, die es normal nicht verdient hätten …. ach lassen wir die Sozialkritik.

Profiteure der Krise

Allgemein wohl eher ein städtisches und politisches Armutszeugnis, wenn man sonst auf anderer Seite propagiert, mehr auf die Umwelt zu achten und den Diesel in den Städten verbannen zu wollen. Für mich persönlich auch realer Irrsinn, wenn man dann noch die Bürger auf dem Land animieren möchte, doch bitte mehr auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen.

So ist man weiterhin auf das eigene Auto (oder auch auf das Fahrrad) oder bei Behinderten auf ein entsprechendes Taxi angewiesen. Selbst wenn man nur ein paar Kilometer weiter in die nächsten Dörfer (wie Obenstrohe, Dangast usw.) reisen möchte.

Also Herr Bürgermeister. Sie und ihre lieben Stadtkumpanen könnten hier was für die Bürger (gerade für Rentner, Kranke und sozial Schwache) bewegen. Tun sie endlich was als Bürgermeister dieser Stadt! 

Passend (und zum Thema Bahn) auch noch dazu:

Versprechen für Varel gebrochen

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