Öffentlicher Nahverkehr zum Nulltarif

Wer soll das alles bezahlen?

Was im ersten Moment für die Masse noch gut klingen mag, wird im zweiten Moment (und bei noch klarer Denke) für Ernüchterung sorgen dürfen. Öffentlicher Nahverkehr zum Nulltarif. Tolles Thema aus dem „Berliner Kabarett der Luftnullnummern“. Damit soll die Luftqualität verbessert werden. Aha, ich hatte immer gedacht, dass die meisten Busse bislang auch noch immer mit Diesel fahren würden; aber egal. Selbst wenn diese noch nicht auf VARTA oder Akku modernisiert sein sollten, werden die Busunternehmen ihre Flotten sicher subventioniert bzw. kostenfrei umrüsten lassen dürfen. Nur, ab da ist nichts umsonst und da es den Weihnachtsmann nicht gibt, sollte man anfangen weiter über solche Nachrichten nachzudenken.

Öffentlicher Nahverkehr bald kostenlos?
Mit Pilotprojekten in fünf Städten soll der kostenlose öffentliche Nahverkehr getestet werden. Die Hoffnung ist, dass dadurch die Luftqualität verbessert wird.
https://www.nwzonline.de/politik/berlin-luftqualitaet-oeffentlicher_a_50,0,3758689521.html

Den deutschen Autofahrern wird man für diesen Luxus sicher tief in die Taschen greifen dürfen. Natürlich nicht so offensichtlich und nur über Umwege. Einfahrverbot bis Stilllegung alter Autos? Wegfall der Pendlerpauschale? Wegfall der Steuervergünstigungen für den Diesel? Preiserhöhungen an den Tankstellen? Möglicherweise sind sämtliche Überlegungen schon längst gefallen und nur noch nicht publiziert. Man tut, was man kann, um einerseits z. B. den Diesel weg von der Straße zu bekommen und andererseits trotzdem noch das Wohlwollen der Bevölkerung halten zu können. Alles in allem geht es am Ende auch nur um das Abkassieren vieler (während es vereinzelt immer noch Gewinner geben wird).

So oder so. Die Leidtragenden werden zuerst die vielen beruflichen Pendler sein. Autofahrer, die gar nicht anders können, als mit dem Auto zu ihrer Arbeitsstelle fahren zu müssen, weil kein öffentlicher Nahverkehr zuhause möglich ist. Z. B. weil man viele Kilometer fernab auf dem Land wohnt. Diese werden am Ende noch weniger in der Tasche behalten dürfen.

Die glücklichen Gewinner werden diejenigen sein, welche sich ohnehin schon bei den öffentlichen sozialen Kassen (mehr oder weniger) schamlos bedienen dürfen. Für die wirklich arme Bevölkerung (z. B. Geringverdiener und arme Rentner), also die mit ohnehin wenig Geld in den Taschen, für die würde ich es jedoch begrüßen.

Was für mich viel schlimmer ist. Durch das Thema „Kostenlos“ wird man auch automatisch irgendwo anders einsparen müssen. Alle später beteiligten Unternehmen arbeiten nach dem Prinzip, möglichst viel Gewinn am Ende erzielen zu dürfen. D. h., dass wir auch weniger Personal erleben werden. Dazu gehören neben wegfallenden kontrollierenden Kontrolleuren (welche ja auch für eine gewisse „Ordnung“ in den Bahnen sorgen durften), beispielsweise auch anderes Service-Personal wie Putzdienste usw.. Diese werden dann auch nur noch sporadisch erscheinen.

Da fällt mir z. B. meine eigene Zeit als Bahnreisender ein. Vor Jahren durfte ich (musste ich) beruflich viel mit dem Bus und der Bahn pendeln. Es passte teilweise so schön, da ich relativ in der Nähe (15 Gehminuten) vom Bahnhof wohnte und meine Arbeitsstelle auch nur 10 Minuten vom anderen Bahnhof entfernt lag. Schon morgens durfte ich dann all die „ungewaschenen Stinker“ oder auch „Ur-Menschen“ (ohne Kultur und Benehmen) in der Bahn erleben. Solche Art von Urzeitmenschen, die ihre Füße (mit den dreckigen Schuhen, wo die Kaugummis, noch links neben der Hundekacke, auf der Laufsohle klebend) auf die Sitze legten. Oder wo Reisende mit ihren kleinen oder kalbsgroßen Fiffis anderen Fahrgästen die Plätze wegnahmen.

Und wie viele andere werden so erst recht, die öffentlichen Verkehrsmittel als kostenlose Ausnüchterungszelle nach dem letzten Besäufnis oder gleich als schönes Wohnklo bei schlechtem Wetter ausnutzen? Beispiele im Netz lassen sich ja genügend finden.

 

Als frisch geduschter Mann und mit frisch gewaschenen Klamotten, empfinde ich da dann nur noch Abscheu bis Ekel.

Der bekannte Übergang in Varel ist mir auch in unguter Erinnerung geblieben. Hier lag mehr als eine Woche lang ein großer menschlicher Kothaufen (anfangs noch mit urinalen Spuren an der Wand) mitten im Weg. Keinen interessierte es. Ich hatte mich dann bei der Bahn gemeldet und mehrmals darauf hingewiesen. Erst als ich mit dem Gesundheitsamt drohte (wegen evtl. Ansteckungsgefahr mit gefährlichen Keimen) kam eine Putzkolonne in Bewegung.

 

Übrigens sind die Wartehäuschen auch oft nicht gerade besser. Ich würde mich heute nie auf eine Wartebank setzen. Kot, Urin, Erbrochenes, Schmutz, Scherben, benutzte Damenbinden u. v. m.. Ich habe fast alles gesehen und auch gesehen, wie sich Leute da auch noch blind reinsetzten (oder stellen) mussten. Hauptsache das Smartphone vor der Nase, am chatten und das nächste Klötenei vom Pokemon suchend).

 

Natürlich kann keiner verlangen, dass hier ständig jemand diese „Örtlichkeiten“ sauber hält oder reinigt. Aber hier würde ich mir eine öffentliche Überwachung wünschen und mit entsprechendem Personal würde man dieses Verhalten auch wesentlich eindämmen können. Wer erwischt werden sollte, sollte ordentlich für die eben erzeugte Sauerei zahlen oder eben selbst danach die Stelle putzen, bis alles blitzeblank ist. Fertig und Aus.

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