Vareler Tafel – Hier kriegt jeder etwas zu essen

Die Tafel – Eine gesellschaftlich akzeptierte und moderne Art des „Bettelns“

Die Diskussionen um die Tafel, gerade im Bezug zu der Essener Tafel, schlagen hohe Wellen. Warum aber, hinterfragt keiner das System dahinter? Wer profitiert davon? Warum ducken sich alle und sehen nicht die wahre Problematik dahinter?

Das System Tafel ist für mich als „unglaublich, menschenunwürdig und beschämend für die arme Bevölkerung“ anzusehen, auch wenn ich es gutheiße, dass es dieses System im Moment gibt und Menschen sich daran bedienen dürfen. Ein Paradox? Nein, denn es sollte und kann doch nicht angehen, dass Menschen auf fremde Hilfe angewiesen sind bzw. ein soziales System seine Bürger nicht mehr im normalen Maß ernähren kann.

Die Hälfte der Kunden der Vareler Tafel kommt aus dem Ausland. Die Entscheidung der Tafel in Essen, keine Ausländer mehr aufzunehmen, stößt bei Mitarbeitern und Kunden auf Unverständnis.
https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/varel-vareler-tafel-hier-kriegt-jeder-etwas-zu-essen_a_50,0,4268054826.html

Wenn auf einer Seite Lebensmittel weggeworfen werden und auf anderer Seite Menschen sich ohne fremde Hilfe nicht mehr allein ernähren können, dann stimmt hier in diesem Land etwas ganz gewaltig nicht. Auch wenn die Wellen, so wie in Essen, derart hochschlagen und „Arme gegen Arme“ ausgespielt werden, kann hier absolut etwas nicht stimmen und zeigt mir nur, dass der Bedarf immer größer wird, die Augen der Außenstehenden aber immer verschlossener.

Ebenso denke ich, dass dieses System dahinter und „Für“ die Tafel wirtschaftlich bewusst so gewollt ist. Die Politik kann sich so bewusst ihrer sozialen Verantwortung entziehen. Das klappt ja auch schon mit dem System der gesetzlichen Rente so. Die Rentenkassen wurden/werden seit Jahrzehnten geplündert,  kaputt gewirtschaftet und diskutiert und dann drückt man dem Bürger die Versicherungen (Stichwort „Riestern“) auf die Brust, damit sie endlich Eigenverantwortung übernehmen sollen, wenn sie im Alter nicht krepieren wollen.

Auch Unternehmen können sich so kostengünstig ihrer abgelaufenen Waren entsorgen, als Spende sogar am Ende noch davon profitieren und sich auch noch werbemäßig als „barmherzige Samariter“ mit ins Spiel bringen. Weiter hat man dieses System sogar noch so wirtschaftlich professionell aufgebaut, dass sogar schon Berufszweige davon überleben können. Überleben dank der vielen Armut in der Bevölkerung; je mehr desto besser. Ich nenne das Pervers.

Warum hinterfragen die Befürworter der Tafel nicht einmal die massive Verschwendung von Lebensmitteln. Warum werden Lebensmittel im Einkauf immer teurer, während auf anderer Seite immer mehr für die Regale (ständige Bevorratung) produziert und dann weggeworfen werden? Erkennen nur wenige diese „Deppen-Ideologie“ dahinter?

Gerade die Öffentlichkeit (hier würde ich die allgemeine Medienwelt nennen) und die „Tafel“ selbst, sollten dieses System „Tafel“ öffentlich und massiv skandalisieren und sich endlich für eine bedarfsgerechte Grundsicherung der Menschen einsetzen, sodass eine „Tafel“ am Ende nicht mehr nötig wäre.

Was passiert aber stattdessen, auch auf Seiten der Schießbuden-Clowns aus der Politik? Man lobpreist („Hallejula!„) dieses zivilgesellschaftliche Engagement als etwas „Ehrenvolles“ und zeigt mit dem Finger auf die merkwürdigen Figuren aus der rechten und linken Szene, um abzulenken. Besser wäre es aber, die Tafel (oder eine Variante der Suppenküche des 19. Jahrhunderts) und das System dahinter, als dass zu bezeichnen, was sie  in Wirklichkeit sind und zwar eine  „sichtbare und beschämende Armut“.

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