Telekom kündigt 30.000 Breitbandkunden

Bislang keine Einigung mit der EWE möglich

Als ich vor einigen Jahren hier einzog, stand mir nur eine 1 bis 2 MBit/s Leitung von bzw. über die Telekom zur Verfügung. Beim Surfen der reinste Horror. Über größere Downloads und Videos brauchte ich nicht weiter nachzudenken. Ich machte Freudensprünge, als dann endlich die EWE zu buddeln begann und ich endlich eine Leitung mit bis zu 50 bzw. 100 MBit/s bekommen konnte. Das war für mich wie mehrere Tage mit Ostern, Weihnachten und Geburtstag zugleich ( Danke an EWE! 🙂 ). Die Telekom war damals nicht in der Lage, das zu stemmen und wollte es wohl auch nicht. Kein Wunder. Randgebiete zu versorgen kostet einem Privatunternehmen wie der Telekom nun mal Geld und bei wenigen Menschen dort, rechnet man sich das vorher erst aus, ab wann es sich lohnen würde. Die EWE hatte hier dann wohl klugerweise weiter gedacht. Ausschlaggebend war aber auch eine Unterschriftenaktion, wo die künftigen Nutzer sich verpflichten würden, dann auch die entsprechenden Verträge bei der EWE abschließen zu wollen. Verpflichtend war es allerdings nicht, muss dazu gesagt werden.

Die EWE hat in den letzten Jahren klugerweise sehr viel investiert und im Breitband-Bereich ausbauen können. Wo es vorher seitens der Telekom nicht möglich war (und man vielleicht auch nicht wollte), bekamen nun viele Kunden die schnellen VDSL-Anbindungen von der EWE. Möchte die Telekom ihren Kunden nun auch ein schnelles Netz anbieten, muss die Telekom die entsprechende Leitung bei der EWE anmieten. Vorher verhielt es sich immer so, dass andere Anbieter sich bei der Telekom einmieten mussten. Die (ehemals staatliche) Organisation Telekom, die mit staatlichen Geldern ihre (Infra-)Struktur aufbauen konnte, sieht sich zum ersten Mal auf dem Markt mit einer neuen Situation konfrontiert. Diese hatte sie bis dato kaum gekannt. Willkommen auf dem „Markt des freien und unkontrollierten Wettbewerbs“ sage ich dazu nur.

Telekom kündigt Zehntausenden Breitbandkunden
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Telekom-kuendigt-Zehntausenden-Breitbandkunden,telekom288.html

Telekom & EWE – DSL-Bandbreite in Niedersachsen verringert (Update mit EWE-Statement)
Die Deutsche Telekom trägt ihren Streit mit EWE in Niedersachsen auf dem Rücken der Kunden aus, denn denen kündigt die Telekom derzeit die VDSL-Verträge.
http://www.gamestar.de/artikel/internet-streit-mit-ewe-telekom-verringert-bandbreite-von-vdsl-kunden-in-niedersachsen,3327201.html

Weil EWE und Telekom bei den entsprechenden Leitungen in Niedersachsen nicht einigen können, verliert die Telekom den Zugriff auf die VDSL-Leitungen und der Konzern kann seinen Kunden die entsprechende Internet-Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s nicht mehr anbieten.
Wenn jetzt seitens der Telekom die Jaulerei, mit Finger zeigen auf die Konkurrenz ( hier auf die EWE) losgeht, dann ist es ein falsches Aufheulen und auch ein falsches bzw. irreführendes Signal. Damit hat die Telekom sich ein beschämendes Eigentor geschossen:

Telekom kündigt 30.000 Kunden die VDSL-Anschlüsse
Viele Kunden der Deutschen Telekom in Niedersachsen bekommen in Zukunft kein VDSL mehr. Hintergrund ist ein Streit des Anbieters um die Mietverträge der Leitungen mit EWE
http://www.t-online.de/digital/id_83376972/niedersachsen-telekom-kuendigt-30-000-kunden-die-vdsl-anschluesse.html

Unabhängig von dieser Sachlage und unabhängig von weiteren Entscheidungen. Ich halte es nach wie vor für einen Fehler, dass damals staatliche Organisationen (für raffgierige Unternehmer) privatisiert wurden.  Ich bin der Meinung, dass alles, was für die Öffentlichkeit geschaffen und von dieser auch genutzt werden kann, in eine öffentliche Hand (dem Staat) gehört. Dieser Staat wird (so sollte es sein) von seinen Bürgern gestaltet und kontrolliert. So, ist es nur ein Abkassieren zugunsten weniger (auch Aktionäre) und der zahlende Dumme am Ende, ist immer der Bürger bzw. Kunde.

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