Geistes(kranke)wissenschaften

oder warum einige Menschen geistig immer mehr verblöden

Ich sehne mich nach Zeiten, wo einfache Menschen auch ohne ein absolviertes Studium, hoch angesehene und respektable Menschen waren und beruflich auch gut und viel verdienen konnten. Einfach vielleicht nur, weil sie kluge Ideen hatten, handwerklich geschickt waren und/oder kluges entwickeln konnten. Also irgendwie anders, vielleicht einfach nur „intelligent und mit einer emotionalen Reife“, also anders als so einige verblendete „Ausstudierte“ heutzutage, welche manchmal die eigene „Futterluke“ nicht mehr aufbekommen und auch keinen Blick über den eigenen Tellerrand mehr wagen, solange es ihnen selbst noch gut geht.

Heutzutage braucht man beruflich gesehen, mindestens den Abschluss mit Bachelor, besser noch den Abschluss mit einem Master, um überhaupt einen Job als Azubi in einem Unternehmen zu bekommen. Eine mir bekannte Bäckerei z. B., verlangt schon bei den Einstellungen nach einem Abitur(!) (mit einer Abschlussnote von 1,x) von seinen Auszubildenden. Warum? Sollen sich die Lehrlinge später mit ihren gebackenen Croissants auf Französisch unterhalten, mit dem Ciabatta auf italienisch und mit „Amerikanern“ auf Englisch? Brauchen die schon fundierte Kenntnisse in Chemie und Biologie, um die ganzen krankmachenden Inhaltsstoffe zu erkennen, welche in den Fertigmischungen stecken? Physik für die Berechnung, wann der neue Turbo-Backofen in die Kernschmelze übergeht und das Brot verbrennt? Mathematik kann ich noch gelten lassen, bevor einer nicht merkt, dass 1% Salz nicht gleichbedeutend mit 1 kg Salz bei einem 500 Gramm Brot sind. Über Deutsch kann man sich ja noch mal unterhalten, bevor ich das nächste Mal beim Bäcker falsch gewurschtelte Denglisch-Sätze wie „Coffee to go, auch zum Mitnehmen!“ lesen muss.

Wenn ich einen Hauptschüler habe, der schon seit der Kindheit, vielleicht mit seiner Mutter oder seiner Oma, das schöne Hobby „Backen“ für sich entdeckt hatte und seitdem alle Nachbarn, Freunde und Bekannte, mit eigenen Kreationen beglücken durfte, warum kann nicht so einer eine Bäckerlehre beginnen? Wie bescheuert ist das System mittlerweile?

Ein mir sehr guter Informant aus der Arbeitsagentur berichtete mir im Gegenzug über viele arbeitslose Akademiker. Wie kann das sein? Kann es sein, dass es mehr Absolventen als passende Jobs gibt?
Aber ist es denn ein Wunder, wenn keine Jobs zur Verfügung stehen und die jungen Menschen nur noch ein (vielleicht noch weiteres) Studium beginnen können und die Spirale sich weiter dreht?

Mittlerweile gibt es Studiengänge, bei denen ich mich spontan einnässen muss und wo mir die Milch einschießt. Der moderne Wahn der Gesellschaft zeigt auch bei seinen Studiengängen seltsame Blüten. So sind auch immer mehr Akademiker schwer vermittelbar, weil die absolvierten Studiengänge kaum irgendwo noch so richtig passen würden.

Warum in Gottes Namen muss es mittlerweile für so viele bescheuerte Dinge (die m. M. nach ein Studium nicht wert sind)  ganze Studiengänge geben? Mittlerweile kann man wohl für alles einen Bachelor oder Master machen:

Master of Cremes und Seifen – Kosmetikwissenschaft
https://www.chemie.uni-hamburg.de/studium/kw_lab/index.html

Vielleicht einfach mal mit neutraler Seife und viel Wasser gründlicher waschen, um schöner und reiner auszusehen. Das löst groben Schmutz und verhindert auch Pickel.


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Master of Blasen – Master of Blockflöte
http://www.hfm-detmold.de/studienbereiche-bewerber/klavier-gitarre-akkordeon-saxophon-blockfloete/-/-/portrait/profil/-/

Vielleicht später auch eine Grundlage für eine Teilzeitarbeit im Freudenhaus oder auch als Rattenfänger.

Master of Hottehü – PFERDEWISSENSCHAFTEN
http://www.uni-goettingen.de/de/431960.html

Braucht man sicherlich auch in Varel auf dem nächsten Pferdemarkt, wenn man auf dem Imbiss-Stand leckere „Rossbratwürstchen“ (gibt es wirklich) verkaufen möchte.


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Master of Star Wars – Master of Space
http://www.spacemaster.uni-wuerzburg.de/startseite/


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Hier wurde Star-Wars-Kid leider wohl zu früh geboren. Heute hätte er Karriere damit machen können.

Master of Desaster – Zerstörungsfreie Prüfungen
http://www.di-uni.de/index.php?id=88

Hier werden gerne auch kleine Hunde eingesetzt, um z. B. die Gitter in Gefängnissen zu testen.


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Geht man aber eigentlich nicht grundsätzlich sorgsam mit seinen Sachen um? Hätte ich dann nicht schon den Bachelor oder gar den Master damit automatisch?

Master of Saufen – Brauerreitechnologie
http://www.tu-berlin.de/fak_3/menue/studium_und_lehre/studienrichtungen/brauerei-_und_getraenketechnologie/msc_bgt/#446851

Diesen hätten viele Kneipengänger schon rein automatisch verdient und bekommen. Hier ein frischer Absolvent:

Master of Müll – ABFALL UND ALTLASTEN
https://tu-dresden.de/bu/umwelt/hydro/studium/studienangebot/master/master_aa


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Hätten alle Deutschen schon verdient. Durch die irren Gesetze und den „grünen Punkt“ allein. Allein wer den monatlichen Abfuhrkalender noch verstehen und korrekt lesen will, braucht dafür schon den Bachelor.

Master of Playmobil und Lego – Spielzeugedesign
http://www.burg-halle.de/design/industriedesign/spiel-und-lerndesign/

Endlich können auch Erwachsene wieder Kinder sein und damit Karriere machen. Auch der nette Herr Onkel Pädophil kann sich hier noch Anregungen holen.

Master of artgerechte Tötung von Alten und Kranken Älterwerden – ALTERNDE GESELLSCHAFTEN
https://www.tu-dortmund.de/uni/de/studierende/studienangebot/kurzinfos/1fach/geist_kultur/fk12_altges_ma/

Ja, da freut sich schon jetzt die Omi 


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Wer als ernsthaft erkrankter Kassenpatient einmal in Maschinerie der Altenpflege und Krankenhäuser geraten ist, wird sich vieles danach erklären können. Hätte vielleicht nicht viel gefehlt und dieser Typ hätte vielleicht auch noch ein Studium begonnen.

Uff, erst einmal ein wenig Pause. Das war der erste Teil. Aber es geht noch so bekloppt weiter:

Master of „Wünsch Dir was“ – Esoterik
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/esoterik-an-der-fachhochschule-wuenschel-dir-was-a-813927.html

Hier eine Vorlesung zur Probe

Master of Kafeeshop – Coffee-Management
http://www.nbs.de/news/news/details/artikel/2009/bachelor-in-coffee-management-die-meister-der-schwarzen-bohnen.html

Damit die Tussi zuhause endlich wieder besseren Kaffee kochen kann.

Master of „Gegacker“ – Lady Gaga
https://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/northamerica/usa/8102465/Course-in-Lady-Gaga-offered-at-US-university.html


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Das Studium besteht aus einer soziologischen Analyse des Werdegangs von Lady Gaga im Zusammenhang mit genereller Popkultur.

Master of Alien – UFO-Kunde
https://www.theage.com.au/national/dr-who-why-its-martin-plowman-phd-ufo-20080804-3pxz.html

Damit man die echten Aliens von den schlechten Fälschungen später erkennen kann

Und wem das nicht mehr reichen sollte, findet hier weitere verrückte Studiengänge:

https://www.studycheck.de/blog/14-verrueckte-studiengaenge

Der für mich absolute Favorit bleibt aber der „Social-Media-Star“. Das ist für mich die Krönung der bekloppten Trends:

Neuer Studien-Gang: Social-Media-Star

Trotz immer mehr Studierende habe ich das Gefühl, dass die Menschheit immer verrückter, aber nicht unbedingt klüger vom Verhalten her wird. Vielleicht studiert man sich mittlerweile auch wahnsinnig, dass vieles einfach schon wieder normal wird. Wo soll das ganze Wissen auch hin? Wer soll das alles noch einordnen und im Kopf behalten? Was braucht man wirklich von dem ganzen Wissen später? Vielleicht würden ja auch einfach mal der gesunde Menschenverstand und eine Portion Weisheit mit Logik gepaart reichen.

Für mich jedenfalls kein Wunder mehr, warum es immer weniger gute Schulabgänger und gelernte Handwerker (oder andere Personen ohne Studium) gibt, wenn die alle mittlerweile nur noch studieren müssen, damit sie überhaupt noch an einen (und gut bezahlten) Job kommen.

Die folgende Grafik zeigt das überdeutlich. Das liegt sicherlich nicht daran, dass es immer mehr schlaue Leute gibt, die nun studieren dürfen. Auch nicht daran, dass es generell nun mehr Menschen (trotz der Migrantenflut) im Land gibt. Auch nicht daran, dass die Leute immer mehr wissen und erfahren möchten. Nein, es liegt einfach an diesem besch…. System. Ein System, was die jungen Menschen tatsächlich nach dem Ende der normalen Schulzeit dazu zwingt, studieren zu müssen, damit sie vielleicht später a) einen Job bekommen, der b) so gut bezahlt ist, dass man davon auch leben kann und c) nicht auf der Straße abhängen muss, weil es d) keine passenden und gut bezahlten Lehrstellen mit e) Aussicht auf eine später gut bezahlte Arbeitsstelle gab.

Statistik: Anzahl der Studierenden an Hochschulen in Deutschland vom Wintersemester 2002/2003 bis 2017/2018 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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