Fragen zum Thema Kirchensteuer

im Bezug zu Arbeitslosen- oder Sozialhilfeempfängern

Interessiert mich jetzt ernsthaft und ich weiß, dass ich auch einige religiöse Leser oder Leser mit entsprechenden Kenntnissen hier so habe.

Kirchensteuer

Wir wissen, dass die Kirchensteuer in Deutschland eine Steuer ist, die Religionsgemeinschaften von ihren Mitgliedern zur Finanzierung der Ausgaben der Gemeinschaft erheben dürfen. In Deutschland wird die Kirchensteuer daher von den Finanzämtern der jeweiligen Länder eingezogen, die dafür eine Aufwandsentschädigung einbehalten dürfen.

Wer zahlt

Kirchensteuer zahlen nur Mitglieder der christlichen Kirchen. Moslems sind wohl (so wurde mir überliefert) angehalten, 10 % ihres Einkommens der Gemeinde oder wohltätigen Zwecken zu spenden (ob sie es tun, weiß ich allerdings nicht).

 

Verstanden. So weit, so gut.

 

Okay, diese Steuer wird also automatisch vom Lohn abgezogen. Ist aber auch klar, denn sonst würde sie ja auch nicht Kirchensteuer heißen, sondern vielleicht “Automatische Ablass-Prämie für kirchliche Institutionen” und die Kirchenmitglieder würden vielleicht einmal im Monat ein Brief mit einer entsprechenden Zahlungsaufforderung o. ä. bekommen.

Fragen

Nun ist mir gerade eine Überlegung gekommen, wo sich mir Fragen stellten und ich hoffe, dass mir jemand dabei helfen kann:

Wird bei Arbeitslosen- oder Sozialhilfeempfängern (Hartz-IV) auch die Kirchensteuer berechnet und/oder gezahlt?

und falls ja,

Wer bezahlt diese dann bzw. aus welchem “Topf” wird diese gezahlt?

und dann weiter noch

Wer kontrolliert, ob diese Menschen noch in der Kirche und überhaupt zur Zahlung verpflichtet sind?

Oder wird das alles nur stillschweigend geduldet? Wo kein Kläger ist, gibt es auch kein Richter; kennen wir ja.

 

Da stelle ich noch gleich eine weitere Frage bzw. Gedanken hinten dran:

Falls die Religionsgemeinschaften hier pauschal durch automatische Zuwendungen durch Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, also nicht zahlende Mitglieder bzw. Nicht-Mitglieder, finanziert werden dürfen, ist das dann nicht ein staatlich legitimiertes Abkassieren der anderen übrigen und steuerzahlenden Mitbürger; egal ob sie nun Mitglieder einer Kirche sind oder auch nicht?

Und noch weiter (es wird immer “verrückter”)

Falls die Kirchensteuer nur zur pauschalen Berechnung vom Arbeitslosengeld bzw. Hartz-IV dienen sollte, wäre das dann nicht auch wieder eine Art Mogelei, weil die Person dann ja auch weniger in der Berechnung, durch eine fiktive Abgabe dieser Steuer hätte?

 

Das sind jetzt wirklich ernst gemeinte Fragen von mir. 

Sending
User Review
0 (0 votes)

2 comments on Fragen zum Thema Kirchensteuer

  1. Mit der Einführung von Hartz IV zum 1.1.2005 wurde die fiktive Anrechnung von Kirchensteuer auf Arbeitslosengeld, bzw. auf ALG 2 abgeschafft. Keine Einkünfe im Lohnsteuer Bereich, auch kein Kirchensteuerabzug.

    1. Ich gehe von weiterer folgender Überlegung aus:
      Die Höhe des Arbeitslosengeldes beträgt in der Regel 60 (bis zu 67) Prozent des pauschalierten Leistungsentgelt.
      Wenn bei der Bemessungsgrundlage vorher Kirchensteuer abgezogen wurde, dann “versteckt” sich hier in der Pauschale auch der Beitrag einer Kirchensteuer. Auch wenn dieser keiner Kirche später offiziell zugute kommen mag, hat der Arbeitslose durch den “rein rechnerischen Kirchensteuerabzug” dann später trotzdem weniger auf dem Konto.
      Für mich stellt sich das im Moment nur als eine Art eleganten “Rechentrick” dar, um die Probleme einer Kirchensteuerberechnung (und mögliche Klageverfahren) durch eine Pauschalrechnung umgehen zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.