Schulfahrten immer teurer

Schulfahrten immer teurer

Sündhaft teure und zum Teil unnötige Klassenfahrten weit außerhalb unseres eigenen Landes. Viele kennen sich zwar später vielleicht in Spanien aus, „verlaufen“ sich aber schon vor der eigenen Haustür!

Mittlerweile ist es schon an den Schulen tatsächlich längst zum Standard verkommen, dass Klassenfahrten ins Ausland und im Kostenbereich von ca. 500 EURO keine Seltenheit mehr sind.

Als Beispiel möchte ich hier folgendes erzählen: Ich war Elternsprecher an einer Vareler Grundschule. Hier wurde im zweiten Schuljahr schon über eine Klassenfahrt nach Spanien (für das spätere 3. Schuljahr) diskutiert und auch schon halb geplant. Dass sich viele Eltern positiv für eine solche Fahrt der Kinder aussprachen, war für mich damals irgendwie unverständlich.

Meine Gegenargumentationen führten in die Richtung, dass

  1. Kinder im Alter von 10 Jahren in einem fremden Land ohne Sprachkenntnisse und entsprechende Einzelbetreuung (wie sonst durch die Eltern) schon allein aus Sicherheitsgründen nichts zu suchen hätten und
  2. dass die Kosten im Bereich von 500 EURO sich viele Eltern schlichtweg nicht erlauben könnten, zumal knapp die Hälfte der Eltern ihr Einkommen nur aus Hartz IV bezog und schon daher ständig knapp kalkulieren müssten.
  3.  auch hatten einige Lehrer von sich aus schon abgelehnt, für solch ein späteres Vorhaben die Verantwortung übernehmen zu wollen.

Meine dargelegten Einwände wurden von der Hälfte der Elternschaft abgelehnt. Einige wenige lieferten sogar noch die Begründung, dass man aus dem Schulspendentopf und durch freiwillige Spenden die Fahrten für die „Armen“ bezahlen könnte. Dass diese Gelder, ursprünglich für Bücher u. ä. gedacht waren, aber nun in solch einer Weise zweckentfremdet werden sollten, war für mich und einige andere Eltern skandalös und ebenso nicht zu rechtfertigen. Darüber hinaus dürften sich die betroffenen Kinder später, aufgrund dieser „Spenden“, sich einem ungeheuren sozialen Druck anderen gegenüber vermutlich aussetzen. Dass hier zudem (meiner Meinung nach) auch Missbrauch mit den bisher gespendeten Geldern stattfinden sollte, stand auf einem anderen Blatt und unterlag nicht meiner Verantwortung.

Man kann sich sicherlich vorstellen, dass es sich für mich unheimlich schwierig gestaltet hatte „offizielle“ Mitstreiter zu finden. Das „Schamgefühl“ bei vielen nicht so gut situierten oder schlichtweg „armen“ Eltern lag einfach höher. So resignierten die meisten Eltern lieber still und leise oder nahmen später gar einen Kredit auf, damit ihre Kinder am Ende doch noch mitfahren durften.

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