Mein Freund der Baum (Unterwegs im Wald von Varel-Neuenwege)

Mein Freund der Baum (Unterwegs im Wald von Varel-Neuenwege)

Ich kenne den Wald in Varel-Neuenwege, nahe Obenstrohe (dort wo das bekannte Werk von Airbus Deutschland liegt) relativ sehr gut. Dort in der Nähe bin ich aufgewachsen und auch als junger Erwachsener noch lange durch den Wald gejoggt.

Diese ganze Waldgebiet, mit angrenzenden Wiesen und einem See (der besonders im Morgengrauen mit der Sonne im Hintergrund schön leuchtete und glitzerte) war mal ein Paradies. Ich war als Kind dort sehr oft (auch mit anderen Kindern) unterwegs. Für uns Kinder war es eine Art „Abenteuerland“. Dichtes Gestrüpp, lange Gräser und große Bäume, wo man sich sich überall gut verstecken konnte. Ein Paradies für Pflanzenfreunde. Kräuter und Pilze, welche meine Oma immer sammelte, um diese auf dem Markt zu verkaufen. Eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit. Meistens Stille und wenn doch, handelte es sich meist nur um Töne der Natur, wie z. B. Tiere, welche durch den Wald huschten und sich vor mir verstecken wollten. Auch mal ein Specht der gegen den Baum hackte oder ein Igel, der sich mal raus wagte und mir flink entgegenlief.

Wenn ich jetzt mal dort vorbei fahre, sehe ich nur noch die Hälfte davon, was ich als Kind noch so geliebt und verehrt hatte. So auch viele meiner alten bekannten Bäume. Dort wo diese einst standen, befinden sich jetzt Parkplätze und Industriehallen von Airbus Deutschland.

Übrigens (was viele nicht wissen) gab es dort, wo sich heute die Parkplätze befinden, Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg. Damals hatte man versucht das Werk, welches Flugzeugmotoren herstellte, zu bombardieren. Das war für mich besonders spannend, weil diese so aussahen wie kleine Mini-Teiche mitten im Wald. Diese kleinen „Zeugnisse der Vergangenheit“ sind somit auch verschwunden.

Ich weiß, dass die „Politik“ und andere Verbände vor Ort diese Rodung sogar durch ihr (stilles) Einverständnis erst ermöglicht hatten. Besorgte Bürger hatten damals noch Zettel auf die alten Riesen geklebt, um die Abholzung zu verhindern. Aber die Obrigkeit verwies auf die schwache Infrastruktur, welche man somit vorantreiben wollte. Weiterhin verwies man darauf, dass eine teilweise Abholzung vorher schon  geplant gewesen und nun notwendig sei, da viele der Bäume nicht mehr gesund (morsch) wären und daher ohnehin  gefällt werden müssten.

War die Entscheidung richtig, war es falsch? Ich weiß es nicht, da mir auch viele grundsätzliche Dinge und weiteres Wissen noch fehlen würden. Ich weiß nur, dass danach und für sehr lange, viele heimatlose Tiere auf den Straßen und der angrenzenden Autobahn umherirrten und teilweise auch angefahren (oder unter Autos) verenden mussten.

Und überhaupt. Einige berichteten, dass einige bekannte Herren sich abends an dem (morschen) Holz gerne bedient hatten. Man sah sie dort im Halbdunklen mit PKW und Anhänger am Waldesrand parken… Nun denn, ich will es hier nicht weiter interpretieren.

Der Anfang vom Ende?

Die Naturschutzverbände haben Forderungen für ihre Zustimmung benannt. Nur unmittelbar benötigte Flächen sollen überbaut werden.
https://mobil.nwzonline.de/friesland/blaulicht/naturschuetzer-eingriff-schwerwiegend_a_6,1,3521567597.html

Das Lied von Alexandra passt jetzt rein textlich wunderbar dazu:

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