Schuhe und Lurchis Abenteuer (Salamander-Schuhe)

Schuhe und Lurchis Abenteuer (Salamander-Schuhe)

Ich bin heute glücklich darüber, dass ich damals so wunderbare Eltern hatte, welche Wert auf gesunde Füße und gutes Schuhwerk legten und daher mit mir immer im Schuh-Fachhandel auf dem Dorf einkaufen gingen. Selbst wenn das Geld knapp war, war es wichtig, dass man gesunde Füße haben sollte, da diese ein Leben lang mich begleiten und diese ja auch ständig „körperlich arbeiten“ müssen.

Buchrücken von Lurchis Abenteuer
Buchrücken von Lurchis Abenteuer

In einem speziellen  Schuhladen (Schuhhaus Brunken) kannte man sich und man war noch ehrlich zueinander. Ein Wort, ein Handschlag, das zählte noch was auf dem Dorf. Dort gab es noch einen richtigen gelernten Verkäufer vom Fach. Einer, der auch noch richtig das Handwerk eines Schuhmachers (oder auch „nur“ Schuster) gelernt hatte. Einer also, der Ahnung von dem hatte, was er da machte und seine Kunden auch nicht beschupsen wollte, da sie ja wiederkommen sollten. Gerade beim Verkauf und Anpassen von Kinderschuhen war es wichtig, dass diese genau „passten“ bzw. nicht gleich schon zu klein waren und die Zehen quetschten.

Sicher, gute und passende Schuhe waren schon damals nicht billig, aber ich kann ehrlich sagen (und da vergleiche ich mich mit vielen und nicht nur mit meiner Altersgruppe allein), dass ich heute weitaus weniger, bis gar keine Probleme mit meinen Füßen habe. Woran mag das wohl liegen? Sicherlich gibt es auch Krankheiten und auch eine Vererbung mag eine Rolle spielen, aber das wird in den meisten Fällen wohl eher weniger der Fall sein.

Ein kleiner Ausflug in eine andere Welt gefällig:

Die heutigen Schuhe sind pures Gift, wie mir ein Fachverkäufer und Schuh-Einkäufer aus Varel persönlich im letzten Jahr noch bestätigte.

https://youtu.be/SLRFPf61HM

Diese werden für wenige Cent billig im Ausland gefertigt. Die ankommenden Schuh-Container im Hafen können meistens nur mit Schutzanzug betreten werden, so gast es da raus. Die Schuhe selbst sind vom Material her oft so billig gefertigt, dass sie gerade mal ein bis zwei Jahreszeiten überstehen und dann sind sie ein Fall für die Abfalltonne (oder soll ich besser schreiben für den „Sondermüll“?).

Aber die Leute wollen das ja so. Experten wie er raten ihren Kunden  selber von diesen „Giftmüll“ ab,  hat sie aber im Laden trotzdem, weil er sonst nicht überleben kann. „Was soll ich machen, die Leute lassen sich nichts sagen und wollen diesen Mist kaufen, also muss ich das anbieten, weise aber trotzdem darauf hin..!„. Ich selber konnte dann ein Gespräch im Laden tatsächlich miterleben, wo ich der Meinung war, dass diese Kunden wirklich nichts mehr merken wollten. Mutter wie Tochter waren der Meinung, dass es eben nur „chic sein muss“ und bestanden auf die Plastiktreter ohne Fußbett. Aber die Werbung zeigt es ja auch überdeutlich, wie die Klientel so drauf ist:

Ob es nun Markenschuhe sind oder nicht, letzendlich sind auch die s. g. Markenschuhe aus dem identischen Lager. Klebe ein paar Streifen drauf und schon lassen sich die Müffeltreter für ein zig-faches mehr verkaufen, als die genauso guten Schuhe nebenan. Aber es interessiert ja keinen. Die jungen (und auch alten) Leute machen jeden Trend mit, weil es ja nur unbedingt chic, hip und trendy sein muss.

Typisches Bild: Nach einem Büro-Alltag ziehen die Damen ihre „Wasserturm-High-Heels“ aus, reiben sich die schwitzende und blutige Hornhaut mit der Käseraspel mühsam von den Füßen, rein in die Wanne, um dann anschließend mit ihren Hammerzehen und Spreizfüßchen auf dem Sofa sanft einzuschlafen. Hauptsache die Kollegin war heute mal wieder neidisch auf diese neuen pinkfarbenen Todes-Treter aus giftigen Plastik.

Wenn in diesen Plastik-Tretern der Schweiß nicht mehr weg kann, also überhaupt der Fuß darin nicht mehr „atmen“ kann und sich mit dem Materialien eine neue und unbekannte bio-chemische Verbindung eingeht (vielleicht war das ja auch das Giftgas im Irak, Saddam trug eben nur einfache, billige und giftige High-Heels), hilft es auch nicht mehr, einfach nur die Mauken zu waschen. Aber gegen stinkende Mauken kann man ja auch immer was machen (sofern man nicht radikal mit Benzin und Streichholz vorgehen mag):

Spätestens nach ein paar Jahrzehnten bzw. im Alter sitzen dann aber die meisten beim Orthopäden um ihre Füße behandeln zu lassen oder auch beim Schönheitschirurgen, um ihre unschönen Krallenklauen irgendwie wieder begradigen zu lassen.

via GIPHY

Das durch wegen „ständig nackte Füße in Tretern“ aufgenommene Gift aus dem Körper zu bekommen ist natürlich eine noch ganz andere Geschichte, wo dann u. a. der Heilpraktiker Hand anlegen muss.

Ja natürlich gibt es auch echte Kerle, aber meistens sind es ja die Damen, welche Schuh-verrückt sind:

So, kommen wir wieder zum eigentlichen Thema zurück (ich schweife gerne ab)…

Auf jeden Fall gab es im größeren Umkreis von Varel drei gute Läden (u. a. Schuhhaus Brunken, Schuhhaus Loof und das Haus mit dem Salamander), wo ich mit meinen Eltern hauptsächlich bei einem (Familienbetrieb) regelmäßig einkaufen ging. Der andere von den dreien blieb mir auch stark in Erinnerung, weil er schon doch eher größer war und für die „Masse“ in der Stadt produzierte, besser gesagt, verkaufte. Für wartende Kinder gab es dort eine Rutsche. Aber konkret blieb mir er mir wegen dieser schönen, bunten Lurchi-Bücher in Erinnerung, mit denen ich auch meine ersten Lese-Erfahrungen machen durfte. Die Zeichnungen und Geschichten übten eine wunderbare Faszination auf mich aus, von denen ich mich auch heute noch nicht ganz entziehen kann. Salamander hatte mit Lurchi eine tolle Symbiose geschaffen und ich bin mir heute nahezu sicher, dass dieser eine Schuhladen seinen Erfolg nur damit begründen konnte, weil die Kinder unbedingt zu diesen Schuhladen (wegen den neuen tollen „Lurchi-Heften“) wollten.

Die Original-Lurchi-Bücher (also von dem Original-Zeichner Heinz Schubel) waren und blieben allerdings meine Favoriten. Den neuen, modernisierten „Gestalten“ (was nichts gegen den Zeichner sprechen sollte) konnte ich persönlich nichts mehr abgewinnen bzw. waren diese nicht mehr mein Fall (ich war ja dann auch schon entsprechend älter).

Hier ein paar interessante Links zu Lurchi:

Salamander

http://www.lurchi.de/home.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Schubel

Weitere Links und Hintergründe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Salamander_(Schuhe)

Leider gab es auch unschönes:

http://www.salamander-zwangsarbeit.de/

Hörspiele der modernen Version, lassen sich u. a. hier auf Youtube finden:

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