RADWEGEBENUTZUNGSPFLICHT – „Sonst tüte ich die selbst ein“

Bemerkenswert, wie sich ein Verkehrsteilnehmer aus Jever um die Radwege in Varel solche Gedanken macht und es immer in die hiesigen Schlagzeilen schafft. Mir ist trotz des neuen Berichts immer noch nicht klar, warum es ausgerechnet Varel ist. Warum radelt einer aus Jever in Varel mit dem Rad auf der Straße bzw. klagt dieses Recht darauf ein?
Mir fehlen hier weitere Hintergründe und ich kann derzeit nur vermuten, dass es mehr um sportliche Gründe, als um lebensnotwendige Gründe geht.

Nein, rechtfertigen muss er sich hier nicht für alle. Es ist ja sein gutes Recht und ich kann es rechtlich auch nachvollziehen. Nichts dagegen einzuwenden. Trotzdem habe ich kein persönliches Verständnis dafür, empfinde es sogar eher als eine absurde Forderung.

Sicherlich sind die Radwege auch in Varel teilweise unzumutbar, aber immer noch besser als sich in Gefahr zu begeben und auf der Straße zu fahren. Erst vor wenigen Tagen hatte ich als Autofahrer selber so ein Erlebnis in einer längeren Kurve, wo ein Radfahrer auf einer Hauptstraße sein „Recht“ in Anspruch nehmen musste. Der Überholvorgang war ehrlicherweise schon ziemlich knapp und ich sah auch keine Veranlassung noch weitere Minuten hinterher zu fahren. Wenn der Gegenverkehr aber, ohne weiteres Mitdenken, über die Höchstgeschwindigkeit gefahren wäre, hätte es u. U. auch etwas anders aussehen können.

Ich bleibe dabei. In der Vergangenheit haben sich viele Einwohner und Gäste oft und mehr über fehlende Radwege oder deren Ausbau geklagt. Hier wäre daher, der wirkliche Bedarf anzusetzen gewesen. Jetzt geht es offenbar aber eher darum, dass einige ihre persönlichen Rechte vertreten sehen wollen und daher einklagen, weil sie

 a) sich sonst „zu langsam“ auf dem Radweg bewegen müssten und

b) auf der Straße so viel besser zu ihrem Ziel kommen. Speziell auch, wenn der normale Radweg verstopft wäre oder auch Umwege verursachen würde.

Wenn er jetzt erwartet, „…dass die Schilder jetzt sehr schnell verschwinden …“ und mit „…sonst tüte ich die selbst ein ….“ quasi eine eigenmächtige Handlung als Drohgebärde gegen die Stadt ausspricht, dann würde ich vonseiten Stadt Varel, diese Handlung gern und kostenfrei annehmen wollen. Für den desaströsen Haushalt der Stadt Varel kann es am Ende nur ein Vorteil bedeuten. Denn so lässt sich das „eingesparte Geld“ endlich in den Ausbau und Sanierung der Radwege investieren.

 

RADWEGEBENUTZUNGSPFLICHT

„Sonst tüte ich die selbst ein“

Michael Heyenbluth hat mit seiner Klage gegen die Radwegebenutzungspflicht an der Oldenburger Straße Unverständnis bei vielen Varelern hervorgerufen. Der NWZ erklärt er den Antrieb für sein Handeln.

https://www.nwzonline.de/friesland/politik/radwegebenutzungspflicht-sonst-tuete-ich-die-selbst-ein_a_32,0,3184184050.html

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