Warum immer die herrschende Klasse an der Macht bleibt bzw. (auch weiterhin) gewählt wird.

War immer schon so, weil der Mensch das Chaos sucht, wenn es ihm zu langweilig wird

Ich stelle mir jedes Mal die Frage: Warum wird bei jeder Wahl die herrschende Klasse gewählt und warum immer wieder?


Die Menschen sind unzufrieden, viele befinden sich im Abwärtsstrudel, Reiche werden reicher, Arme immer ärmer. Warum dann aber dieser Widerspruch bei der Möglichkeit der Wahl. Man sollte doch glauben, dass gerade bei der Wahl die herrschende Klasse von der Mehrheit der Unzufriedenen endlich einmal abgewählt wird bzw. andere dafür gewählt werden. Doch nichts passiert. Das Gegenteil ist sogar noch der Fall. CDU, SPD bleiben nach wie vor im Hoch und freuen sich über die Zustimmung oder auch Tolerierung seitens der Übrigen. Widerstand oder Unmutbekundungen sucht man vergeblich.

Die Ursache liegt m. M. nach (wenn es nicht allein nur von Wahlfälschungen herrühren sollte) in der Historie und in den Menschen und ihrer psychologischen Denkweise in sich begründet.

Die Menschen, speziell jetzt hier die Deutschen, sind seit einer gefühlten Ewigkeit ein Volk von wahren Staatsgläubigen, Duckmäusern und Autoritätsgläubigen. Bildung ist heute nur vielen wichtig, um bei Youtube ein Star zu werden und um sich im Dschungelcamp oder DSDS bewerben zu können. Ansonsten kostet Bildung Geld und Zeit und das haben nur sehr wenige. Die es sich leisten können, gehören meist schon zum bekannten Establishment und bleiben unter ihresgleichen und ziehen nur ihresgleichen hinter sich nach. Nur sehr wenige kommen in den Genuss einer akademischen Hochschulausbildung und danach noch in eine entsprechende Position zum Schalten und Walten. Diese nutzen daher gern andere für ihre eigenen Zwecke aus und lassen sich von anderen ebenso gern bedienen.

Gerade die politische Bildung ist daher auch so erschreckend gering, dass selbst einfachste Kenntnisse und Zusammenhänge weitgehend unbekannt sind und falls doch, werden diese nur selten bis einseitig gebraucht. Die Wahlbeteiligung ist so ein schönes Beispiel. Ansonsten heißt es immer nur: Deutschland ist gleich Naziland, sobald einer etwas kritisiert und neue Vorschläge bringt. So wurde und wird es ständig den Deutschen eingetrichtert. Alles was heutzutage geändert werden müsste, kostet Mut, Überwindung bzw. Abbau alter Hürden, weiter noch Zeit und Kraft und ist somit erst einmal allgemein „schlecht“ und was schlecht ist, hat keine Zukunft. So das Denken der Naiven, wobei die herrschende Klasse das bewusst gerne sieht und auch noch weiter fördert. Kein Wunder, warum in Deutschland nie eine Revolution klappte und der Deutsche immer seine „Führer“ brauchte.

Ebenso befinden sich viele schon in der prekären Schiene und es scheint ihnen auch nichts auszumachen. Viele wollen auch nichts anderes.

Alternative Gruppen oder auch Parteien sucht man vergeblich und wenn es sie gibt, wird man schnell von diesen enttäuscht werden. Zwei aktuelle Beispiele:

Die Partei „Die Linke“ hat sich nie aus ihrer eigenen Vergangenheit lösen können. Zudem zeigen innere Machtkämpfe deren Spaltung. Weiterhin hat „Die Linke“ ihre eigene Klientel vergessen. Nur noch wenige sehen in der Linke eine Partei als die Lösung. Die Linke steht bei vielen (auch wenn es nicht stimmt) als Synonym für DDR, Antifa, Refugees welcome, Förderer von Hartz-IV und Sozialschmarotzertum. Die Mitte sieht anders aus. Der naive 08/15-Wähler kann sich damit einfach nicht identifizieren. Sahra Wagenknecht geht im Moment den einzig richtigen Weg. Es bleibt hier etwas spannend.

Die AfD besiegelt durch innere Machtkämpfe ihr vorzeitiges Aus. Auch lassen sie sich zu leicht in die rechte Ecke rücken. Sie liefern Steilvorlagen (das missverstandene „Denkmal der Schande“) für andere und lassen sich damit noch „jagen“, ins Abseits stellen, anstatt diese öffentlich zu entkräftigen und dann noch den Spieß dann umzudrehen. Sie stellen sich wie kleine Kinder an, die man gerade bei einer schlimmen Tat erwischt hat. Man könnte daher selbst als kluger Mensch wirklich fast zu dem Glauben kommen, dass sie das also wirklich so meinen, so wie andere über sie denken. Aktuell sehe ich allerdings ein wenig Hoffnung, wenn man sich die Debatten im Bundestag so anschaut.

Beide Parteien sind, gemessen an den Mitgliedern, mit noch zu wenig charismatischen Führungspersönlichkeiten und entsprechendem intellektuellen Wissen ausgestattet. Stattdessen tummeln sich zum Teil (gerade bei den Linken) Gestalten wie aus der Geisterbahn bei diesen, wobei hier auch Antifa, Rechte & Co. zuhause sind. Einfache Feststellung bei der Frage: Würde man sich einige Kandidaten zu sich nach Hause einladen wollen? Eher nein und darum wird man sie auch nicht wählen wollen.

Trotzdem wären beide Parteien der Ratschlag zu geben. Probiert es gemeinsam und spricht die Bürger zu brisanten Themen an, sowie zu Themen, die die Menschen wirklich interessiert und die einleuchtend sind. Linke und rechte Ecke ergeben zusammen die Mitte. Das hätte was und würde auch gesamt mehr Stimmen bringen (gegenüber anderen „gefährlich“ werden), als beide je zusammen einzeln hätten.

Eine Antwort auf „Warum immer die herrschende Klasse an der Macht bleibt bzw. (auch weiterhin) gewählt wird.“

  1. Keine Partei wird mehr Änderung bringen. Das ist das Eine.

    Das andere ist: Das Bürgertum in Deutschland verhindert seit sehr langer Zeit, daß Änderung überhaupt möglich ist. Faschismus kommt immer, meiner Meinung nach, aus dem Bürgertum und seinen starren Macht-Strukturen, seinem Streben nach Machterhalt und Machterweiterung. Dabei ist Macht auch im übertragenen Sinne (also als Geldansammlung) zu sehen.

    Damit sich etwas ändert, muß sich erst das Bewußtsein der Menschen ändern.
    Ich will nicht auf dem Bürgertum an sich rum hacken, aber für mich ist das Bürgertum der Hauptbremser von Veränderungen.

    Die eher Armen (sagen wir mal: 20 Prozent der Bevölkerung) können nicht mehr viel ändern. Klar, sie könnten sich (wenn man sich das mal sozialromantisch vorstellt) zusammenschließen und die „Revolution“ machen. Tun sie aber nicht, weil sie 1. rettungslos in sich zerstritten sind und 2. weil große Teile der Armen längst resigniert haben und die Krise aussitzen wollen.

    Es liegt nicht an den Armen, daß sich nichts verändert. Es liegt am Bürgertum. Deshalb hat man auch die afd erschaffen, um die „eher national-konservativen“, für die die CDU/CSU keine Heimat mehr ist, zu binden. Eine andere Existenzberechtigung hat die Afd nicht.

    Arme werden vom System längst abgeschrieben. Wie nennt man das: Kollateralschaden.




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